Grenchen
26.10.2016

Es braucht ein gutes Gespür für die Menschen

Hans Geber, Geschäftsinhaber derPozvek AG mit einer Auswahl an Särgen und Urnen: «Wir unterstützen die Trauerfamilie in allen Belangen.»

Hans Geber, Geschäftsinhaber derPozvek AG mit einer Auswahl an Särgen und Urnen: «Wir unterstützen die Trauerfamilie in allen Belangen.»

Der Tod kann eine Erlösung sein, aber auch unerwartet zugreifen, zurück bleiben immer Angehörige und Freunde, die um einen lieben Menschen trauern. Hans Gerber, Geschäftsführer der Pozvek AG, steht ihnen mit Rat, Tat und viel Anteilnahme zur Seite.

Sabine Born (Text, Bild)

Ein Todesfall wirft viele Fragen auf, um die man sich kümmern muss, während man gleichzeitig auch emotional viel zu bewältigen hat. Hier ist Hans Gerber, Geschäftsinhaber der Pozvek AG, eine gute Ansprechperson, der auf Wunsch nicht nur alle organisatorischen und zivilrechtlichen Angelegenheiten übernimmt, sondern auch ein Begleiter und Berater ist, den Menschen mit Einfühlungsvermögen, Anteilnahme und gleichzeitig viel Professionalität zur Seite steht.

Nächstes Jahr blickt Gerber auf 30 Jahre Berufserfahrung zurück. Das Unternehmen in Grenchen und eines in Biel führt er mit seiner Frau, zwei Mitarbeitenden und mittlerweile seiner 26-jährigen Tochter, die auch in den Betrieb eingestiegen ist. «Das freut mich natürlich besonders.»

Er selber hat das Geschäft 2007 von Renate und Alois Pozvek übernommen, die das Unternehmen ihrerseits 25 Jahre erfolgreich geführt haben. «Renate Pozvek ist immer noch die gute Fee im Haus, nimmt Kundinnen und Kunden in Empfang», freut sich Gerber.

Pozveks waren bis 2007 die offiziellen Bestatter der Stadt Grenchen.» Nach der Geschäftsübergabe an Hans Gerber, wurde diese Konzession aufgelöst. Sinnvoll fände es Gerber, wenn das Berufsbild des Bestatters an gewisse Vorgaben geknüpft wäre. «Im Prinzip kann jeder ein Bestattungsunternehmen eröffnen», sagt er. Eine Berufsausbildung gibt es nicht, lediglich Weiterbildungen und ein Fähigkeitszeugnis, dass aber nicht obligatorisch und in der Westschweiz beispielsweise erst im Jahr 2000 eingeführt wurde.

An einen Bestatter werden einige Anforderungen gestellt: Es muss eine reife Persönlichkeit sein mit gutem Auftreten, psychisch belastbar, mit Einfühlungsvermögen. Auch kommunikative Fähigkeiten sind gefordert. «Heute braucht es zudem ein gutes Gespür für die unterschiedlichen Religionen und Kulturen, die einen jeweils anderen Umgang mit den Verstorbenen pflegen», sagt Gerber. «Denn die verstorbene Person gehört der Familie und nicht uns.»

Er macht auch viele Rückführungen in die jeweiligen Heimatländer. «Gerade letzte Woche fuhren wir bis zur slowenischen Grenze», erzählt der Bestatter und fährt fort. «In den 90er Jahren fuhr ich praktisch alle zwei Monate nach Italien.» In die Nachbarsländer werden die Toten häufig per Auto transportiert, nur in weiter entfernte Destinationen mit dem Flugzeug. «Und so ist jeder Tag anders, nie planbar. Wir sind jederzeit erreichbar, 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr», so Gerber zu einer weiteren Herausforderung in seinem Beruf. Er verrichtet seine Arbeit täglich in aller Stille, mit der nötigen Diskretion und gleichzeitig mit viel Engagement und Herzblut.