Grenchen
07.11.2017

Blick in viele verschiedene Berufe

Am Wirtschaftstag lernen Achtklässler aus Grenchen aus erster Hand mehrere Berufe kennen, um sich umfassend auf die Berufswelt vorbereiten zu können.

Am Wirtschaftstag lernen Achtklässler aus Grenchen aus erster Hand mehrere Berufe kennen, um sich umfassend auf die Berufswelt vorbereiten zu können.

In einer Woche öffnet das Grenchner Gewerbe wieder seine Türen und bietet am «Wirtschaftstag» künftigen Lehrlingen in 28 Betrieben Einblick in 36 Berufsbilder. Wir wollten von sieben Betrieben wissen, wie sie sich präsentieren und was sie von ihren Lehrlingen erwarten

Stefan Kaiser (Text), Joseph Weibel (Fotos)

Bereits zum fünften Mal führen der Gewerbeverband Grenchen, die Stadt Grenchen sowie das kantonale Amt für Berufsbildung kommenden Donnerstag in Zusammenarbeit mit der Stadt Grenchen, dem kantonalen Amt für Berufsbildung sowie 28 Gewerbe- und Lehrbetrieben in der Uhrenstadt einen «Wirtschaftstag» durch. Dort erhalten Achtklässler und künftige Lehrlinge Einblicke in jeweils drei Lehrbetrieben nach Wahl. Insgesamt nehmen 28 Betriebe am Wirtschaftstag teil und stellen in kurzen Blöcken am Nachmittag 36 Berufsbilder vor. Am Vormittag erhalten die Jugendlichen aus erster Hand Infos über die verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten und Anforderungen der Lehrbetriebe und können in einer Bewerbungswerkstatt noch an ihrem persönlichen Auftritt feilen.

Schilt Elektro AG, Grenchen

Seit Anbeginn dabei ist die Schilt Elektro AG, die derzeit vier Elektroinstallateure und einen Montageelektriker ausbildet. «Der Wirtschaftstag ist für die Jugendlichen eine sehr gute Gelegenheit, einen Beruf nicht nur online, sondern live erleben zu können», ist der Lehrlingsverantwortliche Beat Mosimann überzeugt. Die Besichtigungs-Blöcke ersetzten zwar keinen Schnuppertag, reichten aber aus für einen groben Einblick. Bei Schilt Elektro fertigen die Jugendlichen ein Verlängerungskabel, und lernen dadurch erste Grundlagen des Elektrikerberufes kennen.

Hetzel Maler + Gipser AG, Grenchen

Ebenfalls von Anfang an dabei ist die Hetzel Maler + Gipser AG, die jeweils im Zweijahres-Rhythmus ihre beiden Lehrstellen besetzt, wobei die Evaluation für die Neubesetzung im August 2018 bereits läuft. «In unserem Beruf braucht es nicht unbedingt Kopfmenschen, die gut rechnen können, sondern geschickte Handwerker mit einem guten Vorstellungsvermögen», so Geschäftsinhaber und Malermeister Christian Hetzel, «deshalb stellen wir auch gerne Sek-B-Schüler als Lernende ein.»

Drogerie Grenchen Süd

In der Drogerie Grenchen Süd erhalten die angemeldeten Achtklässler auch Einblick in die Laborarbeit und werden selber etwas mischen und herstellen dürfen. «Der Verkauf, das Bestellungswesen und die Administration sind bei uns zwar wichtig», erklärt die Geschäftsführerin und Lehrlingsverantwortliche Selina Zimmermann, «aber wir wollen mit dem Labor-Einblick zeigen, dass in unserem Beruf auch Chemie, Biologie oder Botanik eine wichtige Rolle spielen. Der Betrieb bietet vier Drogisten-Lehrstellen, und die nächste Stelle wird 2019 neu besetzt.

Schreinerei Schwarz AG, Grenchen

Die Schreinerei Schwarz vereinigt mit der Grütter + Willi AG (für Boden- und Wandbeläge) sowie der Küchen Création AG in Solothurn drei Firmen unter einem Dach und bildet während einer Lehrzeit zwei Schreiner aus, wobei die nächste Stelle 2019 neu besetzt wird. Als Plattenleger EFZ werde jedoch nächstes Jahr eine Lehrstelle frei. «Wir möchten den Wirtschaftstag allgemein nutzen, um die Jugendlichen fürs Handwerk zu begeistern», erklärt der Geschäftsführer der Gruppe, Christian Glutz: «Denn mit einer handwerklichen Lehre verbaut man sich auch in heutiger Zeit nichts.»

Elektro Knuchel AG

Bei Elektro Knuchel erhalten die jugendlichen Teilnehmer am Wirtschaftstag mit einem Baustellenbesuch einen umfassenden Einblick in den Beruf des Elektroinstallateurs. Auch bei Elektro Knuchel werden zwei Lehrstellen im Zweijahres-Rhythmus besetzt, wobei grundsätzlich ab 2019 wieder eine frei wird. «Das Interesse an unserem Betrieb ist jeweils gross», erklärt die kaufmännische Sachbearbeiterin Nicole Knuchel zum Wirtschaftstag und hält fest: «Meist sind es eher Buben, die sich für den Beruf interessieren, aber auch Mädchen sind als Elektroinstallateure sehr gut geeignet.»

Garage Thomi AG, Grenchen

«Für uns wird es zunehmend schwieriger, gute Leute zu finden», erklärt Beat Thomi, Inhaber und Geschäftsleiter der Garage Thomi. «Der Wirtschaftstag ist deshalb eine gute Gelegenheit, die Jungen zu motivieren und ihnen zu zeigen, wie bei uns gearbeitet wird.» In der Garage Thomi arbeitet jeweils ein Lehrling, und es können von der zweijährigen EBA-Lehre als Anlehre für die dreijährige Automobilfachmannlehre bis zum Mechatroniker (vier Jahre) drei Berufsbilder erlernt werden.

Digirama AG, Grenchen

Die Lehrstelle als Detailhandelsfachfrau oder -mann in der Digirama AG wird zwar erst 2020 neu besetzt. «Doch wir wollen die Gelegenheit trotzdem nutzen, um den Jugendlichen unsere Branche vorzustellen», erklärt Geschäftsführer Stephan Buser. Denn im Detailfachhandel gehe es nicht nur darum, Regale aufzufüllen, sondern auch um fundierte Kenntnisse der Produkte, um eine solide Verkaufsberatung zu ermöglichen. Am Besuchsnachmittag bekämen die Achtklässler so beispielsweise eine schöne Stereoanlage zu sehen – also ein optimales Gerät zum Abspielen von Musik, das in Zeiten von Mobiltelefonen und Dockingstationen etwas in Vergessenheit geraten sei, sagt Stephan Buser abschliessend.