Die neue Grenchner-Stadt-Anzeiger-Serie
07.11.2017

Die Ansprechpartnerin will alle Herzen öffnen

Tiere bedeuten mir viel und geben Kraft. In Island fühlte ich die grosse Freiheit am besten auf dem Rücken der Pferde. zvg)

Tiere bedeuten mir viel und geben Kraft. In Island fühlte ich die grosse Freiheit am besten auf dem Rücken der Pferde. zvg)

Auf ein Wort mit ... Nelly Furer

Daniel Martiny (text und foto)

Ende August 2017 haben die Stimmberechtigten der reformierten Kirchgemeinde Grenchen/Bettlach Nelly Furer zu ihrer neuen Präsidentin gewählt. Am 20.September wurde ihre Wahl bei der letzten Kirchgemeinderatssitzung validiert. Ein einschneidender Tag im Leben der 51-Jährigen: «Seither hat sich bei mir und in meiner Familie einiges verändert. Ich musste neue Prioritäten setzen, will ich doch die neue Herausforderung mit vollem Elan annehmen und einiges bewegen.» Um für die Aufgabe richtig fit zu sein, begann Nelly Furers Amtszeit mit Ferien. «Kein schlechter Start», schmunzelt Furer. Nun sei es an der Zeit für Veränderungen in der Kirchgemeinde. Und dabei stehe nicht etwa nur sie als Einzelperson, sondern das gesamte Team in der Verantwortung. «Ein gutes Team», wie Furer vorausschickt. Mit der neuen Zusammensetzung des Kirchgemeinderats, der Verwaltung und des Pfarrkollegiums seien die Voraussetzungen geradezu ideal, sämtliche offenen Aufgaben oder Probleme quasi in einen Behälter zu geben, diesen richtig durchzuschütteln und alle pendenten Angelegenheiten in einem neuen System anzugehen.

Eine riesige Herausforderung

Die Grenchnerin ist sich bewusst, dass der Aufwand dazu immens sein wird. «Doch ich bin hier, um es zu schaffen. Fehler sind immer möglich, aber es lohnt sich, es anzupacken und alles zu versuchen. Ich habe die Herausforderung angenommen und werde mit Leidenschaft meinen Weg gehen.» In ihrem Büro im Zwinglihaus, welches der Präsidentin (noch) nicht sonderlich gefällt, finden inzwischen bereits «Tage der offenen Türe» statt. «Ganz wichtig: Wir sind für alle da. Jedes Anliegen wird ernst genommen.» Die Kirchgemeinde sei dankbar, wenn ihre Mitglieder ihren Input kundtun. Sowieso stehen Gespräche im Mittelpunkt der Arbeit von Nelly Furer. «Die Leute kennen mich aus direkten Begegnungen. Ich habe jahrelang als Katechetin und Jugendarbeiterin in der Kirchgemeinde Grenchen/Bettlach gearbeitet, gehörte dem Kirchgemeinderat an und kenne darum die Abläufe von Grund auf.» Jetzt sei es Zeit für Veränderungen: «Wir wollen wahrgenommen werden. Wir zeigen uns offen und tolerant, erwarten jedoch auch die Mitarbeit der Bevölkerung.»

Die neue Kommunikation

«Die Kommunikation in unserer Kirchgemeinde hat zuletzt gestockt.» Darum sei es für sie ein wichtiges Anliegen mit hoher Priorität, sämtliche Gespräche raschmöglichst in Gang zu bringen. Furer wünscht sich, dass allmählich auch wieder mehr Ruhe in ihre Kirchgemeinde einkehren wird. «Ich wünsche mir, in vieler Hinsicht wirklich neu beginnen zu können – und dass alte Geschichten nicht wie alter Kaffee wieder aufgewärmt werden.» Man wolle als Team einander zuhören, diskutieren und Kompromisse schliessen können. Umso erfreuter zeigt sich Furer, dass mit dem neuen Verwalter Sven Schär, den neuen Pfarrpersonen Doris Lehmann, Roger Juillerat und Peter von Siebenthal bereits konstruktive Sitzungen stattgefunden hätten. Mit Robert Gerber habe sie zudem einen erfahrenen und kompetenten Vizepräsidenten an ihrer Seite.

Alle Herzen öffnen

Nelly Furer ist sich als neue Präsidentin der evangelischen und reformierten Kirchgemeinde bewusst, dass die Kirche in der heutigen Zeit keinen einfachen Stand hat. «Ich kann auch keine Rezepte garantieren, wie zum Beispiel Austritte gestoppt werden können.» Das Motto lautet deshalb: «Wir müssen die Türen und die Herzen der Menschen öffnen, um neue Formen der Begegnung zu finden.» Dazu sind in naher Zukunft viele Veranstaltungen rund um die Kirchgemeinde geplant. So habe beispielsweise das «Vater-Kind-Wochenende» grossen Anklang gefunden, und auch die in Kürze anstehende «Nacht der Religionen» sei ein wichtiger Fixpunkt in der aktuellen Arbeit. Um der grossen Herausforderung zu genügen und den Erwartungen gerecht zu werden, ist Nelly Furer auch das Privatleben ungemein wichtig. «Meine Familie geniesst sowieso höchste Priorität. Daneben will ich weiterhin meinen Beschäftigungen als Lehrerin mit einem Teilzeitpensum in Zofingen nachgehen. Wichtig sind mir auch meine Tiere. Es kann derart entspannend sein, mit den Hunden eine Runde zu laufen. Dort kann ich den gesamten Dampf ablassen…»