GRENCHEN
28.11.2017

Nun weihnachtet es wieder sehr

Dieses Adventsfenster strahlt Wärme und auch viel Kreativität aus. zvg)

Dieses Adventsfenster strahlt Wärme und auch viel Kreativität aus. zvg)

Morgen kann in Grenchen das erste Weihnachtsfenster bestaunt werden. Und es folgen bis Heiligabend 23 weitere. Das Besondere daran: Die Weihnachtsfenster werden auch von Privathaushalten gestaltet – eines davon auch in Büren an der Aare

Sinja Gräppi

Morgen ist es wieder soweit – die Adventszeit beginnt. Glühwein, Lebkuchen und Weihnachtskekse an jeder Ecke. Pünktlich als Start zu dieser besinnlichen Zeit lädt das Alterszentrum Kastels zum ersten Weihnachtsfenster 2017 ein. Bis zum 24. Dezember können die Grenchnerinnen und Grenchner jeden Tag ein neues Fenster bewundern. Neun der Weihnachtsfenster erstrahlen aus privaten Haushalten. Beteiligt an dieser erfolgreichen und schon traditionellen Aktion sind aber auch Gewerbebetriebe und öffentliche Institutionen. «Dieses Jahr liegt die Priorität klar bei den Familien», sagt Edith Mettler, Organisatorin der Aktion Weihnachtsfenster. «Erfreulich ist», so Mettler, «dass fast alle Familien die Besucher bei der Fenstereröffnung bewirten.»

Geschmückter Baum

So einfach ist es aber nicht, jedes Jahr wieder neue Interessenten für die Aktion zu begeistern. «Ich kann zwar auf einige Familien zählen, die schon längere Zeit regelmässig mittun. Trotzdem muss ich mich jedes Jahr wieder aufs Neue auf die Suche machen», erklärt Edith Mettler. Dabei macht die Initiantin immer wieder die gleiche Erfahrung. «Kurze Zeit nach den Festtagen ist die Begeisterung von möglichen potenziellen Interessenten spürbar. Wenn ich sie aber ein paar Monate später wieder kontaktiere, ist dann die Begeisterung weg», moniert sie. Und warum? «Viele denken, mit einem Weihnachtsfenster sei ein grosser Aufwand verbunden.» Dieser sei eigentlich klein. Gefragt sei vielmehr Kreativität. «Wir geben keine Motiv-Vorgaben.» Und auch wenn man von Weihnachtsfenstern spricht, so ist diese «Basis» keine Pflicht. «Es kann auch ein schön geschmückter Baum sein oder eine kreativ dekorierte Einfahrt», nennt Edith Mettler zwei alternative Möglichkeiten. Es gibt ein wichtiges Kriterium: «Auf jedem Sujet muss die Zahl der Weihnachtstür klar erkennbar sein.»

Mit gutem Beispiel voran

Um mit gutem Beispiel voranzugehen, gestaltet die Grenchnerin mit ihrer Familie seit 2010 jedes Jahr ein eigenes Weihnachtsfenster. Vor sieben Jahren übernahm Mettler die Organisation. Von da an füllte sie jeweils die Lücke und übernahm das Datum, welches am Schluss noch übrig blieb. Nachdem es einige Jahre nacheinander immer der 24. Dezember war, entschied die Familie, den Heilig Abend fix zu übernehmen. Edith Mettler kann verstehen, dass die Interessenten bei diesem Datum eher zurückhaltend sind. «Die meisten Familien feiern an Heilig Abend und wollen deshalb nicht unbedingt noch andere Leute im oder vor dem Haus.»

Ein Präsent für die Teilnehmer

Wer sich die Mühe nimmt, ein Weihnachtsfenster zu gestalten, erhält von der Organisation ein kleines Geschenk. Möglich macht das Grenchen Tourismus als Sponsorin. Die Wahl des Geschenks obliegt der Organisatorin. Ihr ist wichtig, dass es einen Bezug zur Weihnachtsfenster-Aktion hat. «Auf dem Präsent ist immer auch der von den Teilnehmern gewählte Tag im Advent.» Edith Mettler nennt ein Beispiel. 2012 habe sie eine Trinktasse mit Zahl und dem Foto des jeweiligen Fensters realisiert – gefüllt mit Apfelringen von Früchten aus der Region. Die Regionalität von Produkten seien ihr ebenfalls sehr wichtig. Das Geschenk überreicht Edith Mettler in der Adventszeit jeweils selber. Sie besucht von Tag 1 bis 23 jede Adventsfenster-Eröffnung.

Der Weg nach Büren

An der Grenchner Weihnachtsfensteraktion beteiligt sich seit drei Jahren auch eine Familie aus Büren an der Aare – und zwar mit der Nummer 19. Das Fenster der Familie Bruder ist das einzige «auswärtige». So soll das auch künftig gehalten werden, «wenngleich das Interesse in Büren gross wäre», sagt Edith Mettler.