Grenchen
10.10.2018

Für Lukas Schaad gibt es viele Berufe und Möglichkeiten

Die Arbeit als Innendekorateur. Lukas Schaad an der Nähmaschine.Lukas Schaad hat eine behagliche Wohnatmosphäre geschaffen.

Die Arbeit als Innendekorateur. Lukas Schaad an der Nähmaschine.

Lukas Schaad hat eine behagliche Wohnatmosphäre geschaffen.

Er ist Innendekorateur, liebt das Handwerkliche und würde gerne auch einmal alte Möbel restaurieren. «Er» heisst Lukas Schaad und kommt aus Grenchen. Ein junger und aufgeweckter Berufsmann, den es nach Vielseitigkeit und Kreativität dürstet. Er erzählt auch von einem besonderen Wettkampf – für einmal beruflicher Natur. Und warum er sich gegen sechs Frauen durchsetzen musste.

Daniel Martiny

Momentan mache ich die einjährige Berufsmatura in Olten in künstlerischer und gestalterischer Ausrichtung. Meine definitive Richtung muss ich jedoch noch finden», sagt der selbstbewusste junge Mann Lukas Schaad (20) aus Grenchen. Ihn habe seit jeher das Handwerkliche fasziniert. Jetzt wolle er die Arbeit mit Metall, Holz und Stoffen noch vertiefen. Die Faszination als Innendekorateur sei für ihn die Vielseitigkeit, die gestalterischen Möglichkeiten sowie das Interesse in beratender Funktion.

Verlangen nach Vielseitigkeit

Und jetzt kommt es. Aus ihm bricht das Verlangen nach vielseitiger Tätigkeit. Er hat Pläne. «Ich bin fasziniert von der Antike oder von Schreinerarbeiten und könnte mir durchaus vorstellen, alte Möbel zu restaurieren.» Lukas Schaad wird seine Bestimmung sicher finden. Er hat sich inzwischen in Grenchen ein kleines Atelier eingerichtet, in welchem auch seine Hobbys wie die Fotographie oder die Buchbinderei nicht zu kurz kommen. Dankbar sei er vor allem, dass er in Solothurn eine optimale Lehrstelle gefunden hatte, wo ihn der Lehrmeister auch mit der Ausleihung der entsprechenden Materialien und Maschinen geholfen und beraten habe. Und nicht zu vergessen: «Ohne die grossartige Unterstützung meiner Familie auch während der Swiss Skills in Bern hätte ich diesen Erfolg nicht geschafft.»

Dreieinhalb Tage im Stress

Auch wenn er bereits am Pläne schmieden ist, seine berufliche Zukunft aufzeichnet, so erinnert er sich noch gut an die vier Wettkampftage an den Swiss Skills. Er war von gut 900 der besten jungen Berufsleute aus der ganzen Schweiz, die während vier Tagen in 74 Berufen um Schweizermeister-Titel gekämpft haben. «Ich hatte im Sommer meine Lehre als Innendekorateur in Solothurn bei der Firma Ryf abgeschlossen. Bereits vergangenes Jahr hatte ich verbandsintern im Rahmen meiner Abschlussprüfungen an Meisterschaften mitgemacht und damals ebenfalls Rang zwei belegt. Ich wusste also in etwa, was mich erwartet, als mich der Verband zu den Swiss Skills eingeladen hat. Wir standen unter enormem Zeitdruck. Zudem war die Halle ständig mit Zuschauern überfüllt, Kameras von Fernsehteams schwirrten über unseren Köpfen, und Jury-Leute waren ständig vor Ort.» Beim 20-jährigen Grenchner überwiegen die positiven Erinnerungen. Innendekorateure wie Lukas Schaad verschönern in ihrem Beruf Wohnungen und Geschäftsräume. Sie restaurieren Möbel, verlegen Bodenbeläge, ziehen Tapeten auf oder übernehmen andere dekorative Arbeiten. «In Bern ging es darum, in einem modernen, urbanen Einrichtungsstil eine Raumecke einzurichten. Ich musste den Bodenbelag verlegen, Wände mit Stoff bespannen und ein technisches Vorhangsystem anbringen. Schliesslich ging es um das Polstern und Beziehen eines Sessels sowie um die Gestaltung und Herstellung eines Bettkopfteils.» Bewertet worden sei der Gesamteindruck des Arbeitsprozesses.

Ein harter Fight

Halt. Das ist noch nicht das Schlussbouquet. Er schmunzelt wieder. Er lächelt verschmitzt und serviert noch eine besondere Geschichte. «Ich musste mich doch tatsächlich gegen sechs Frauen durchsetzen.» In einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit der späteren Siegerin habe er dann mit einem geringen Rückstand von nur eineinhalb Punkten Edelmetall gewonnen und fünf weitere, starke Teilnehmerinnen an den Skills auf die nächsten Plätze verwiesen.

Jetzt macht sich der Grenchner Lukas Schaad auf in die grosse, weite Berufswelt. Und wir sind schon jetzt gespannt auf seine nächsten beruflichen Taten.