Grenchen
05.11.2018

Kirchenumgebung soll zur Begegnungsstätte werden

Eine animierte Skizze, wie sich die Umgebung bei der St. Eusebiuskirche neu präsentiert. Thomas Hägeli (im Bild): «Wir streben vor allem eine stimmige Atmosphäre an.» (Bilder: zvg)

Eine animierte Skizze, wie sich die Umgebung bei der St. Eusebiuskirche neu präsentiert. Thomas Hägeli (im Bild): «Wir streben vor allem eine stimmige Atmosphäre an.» (Bilder: zvg)

Die Pfarrkirche Sankt Eusebius steht im Herzen des Zentrums von Grenchen. Und trotzdem lädt ihr äusseres Bild nicht unbedingt zur ungezwungenen Begegnung ein. Das soll mit einer neuen Umgebungsgestaltung verbessert werden.

JOSEPH WEIBEL

Die Umgebung der Kirche und des gegenüberliegenden Eusebiushofs ist den Gläubigen wichtig. Vor knapp zwei Jahren führte ein traktandierter Projektierungskredit für die Umgebungsgestaltung der Pfarrkirche eine grosse Zahl Kirchgemeindemitglieder in den Versammlungssaal. In der rege geführten Diskussion wurde der eine oder andere Punkt im Projekt bemängelt. «Wir haben weitgehend gewünschten Änderungen Rechnung tragen können», sagt Thomas Hägeli, Präsident der Projektgruppe für die geplante Umgebungsgestaltung. Ein wichtiger Punkt ist eine Kostensenkung, die durch die Anpassung des Projektperimeters und durch den Verzicht der Sitzmauern möglich war. Zwischenzeitlich ist das Projekt so weit gereift, dass nach der Infoveranstaltung vom kommenden Donnerstag knapp zwei Wochen später, am 27. November an der Kirchgemeindeversammlung, über den Gesamtkredit von 750000 Franken abgestimmt werden kann.

Umfassende Neugestaltung macht Sinn

Auslöser für eine umfassende Umgebungsgestaltung war die bevorstehende Sanierung des Pflästerbelags auf dem Kirchenplatz. «Im Laufe der Diskussionen darüber zeigte sich, dass eine umfassendere Umgebungsgestaltung mehr Sinn machen würde», sagt Thomas Hägeli. Pfarramt, Kirche und Eusebiushof würden eine harmonische Einheit im Herzen der Stadt bilden und seien deshalb in die Gesamtüberlegungen miteinbezogen worden. «Wir haben im Anschluss intensiv Veränderungsmöglichkeiten diskutiert, unter anderem auch mit der Baudirektion und Polizei.» Mit gutem Grund. Für die Gäste des Eusebiushofs braucht es mehr Parkplätze. Entlang der Schulstrasse soll deshalb neuer Parkraum entstehen. Im Gegenzug soll der Kirchenplatz künftig autofrei werden, und mit zwei Baumgruppen mit je drei Kastanienbäumen und Sitzgelegenheiten soll eine stimmige Umgebung entstehen.

Rundum begehbar

Eine Änderung gibt es auch beim nördlich gelegenen Haupteingangsportal. Der seitlich freilaufende Treppenabschnitt wird durch eine Stützmauer optisch abgetrennt, «sodass zum einen wieder eine saubere Symmetrie entsteht, die das Hauptportal optisch stärkt, und so zum andern auch zu einer besseren Lenkung des Besucherstroms in Richtung Portal führt.» Eine Rundbank um den bestehenden Rosskastanienbaum beim Hauptportal links sowie die Verlängerung des Grünstreifens auf der Rückseite der Kirche sollen zu einer stimmigen Atmosphäre beitragen. Das sei eines der wichtigen Ziele, sagt Ausschusspräsident Hägeli. «Die Kirche wird rundum begeh- und erlebbar sein, wenn auf der Seite der Absyte die bestehende Mauer durch eine natürliche und durchdringbare Bepflanzung ersetzt wird.»

Diese geplante Massnahme ist ein Diskussionspunkt unter den Kirchgemeindemitgliedern. Man befürchte, dass dadurch Tür und Tor für eine Szenenbildung geöffnet werde. Hägeli stellt diese Gefahr nicht in Abrede, er meint aber: «Der offene Durchgang kann auch eine gegenteilige Wirkung haben und eine Szenenbildung verhindern.» Ziel sei es jedenfalls, den Raum bei der St. Eusebius-Kirche zu einer Begegnungsstätte zu machen. «Ob sich nun Menschen zum Kirchgang hier treffen, oder aber die Bänke für einen Schwatz nutzen, ist dabei zweitrangig.»

Öffentliche Info-Veranstaltung zur Umgebungsgestaltung bei der römisch- katholischen Kirche: Donnerstag, 15. November, 19 Uhr, im Eusebiushof.