Grenchen
18.11.2020

«Es war eine sehr schöne Zeit»

Bayram und Mehmet Yigit (von links) schliessen auf Ende Jahr ihr «Feldschlösschen». «Der Entscheid ist in zwei, drei Jahren gereift», sagen die Beiden.

Bayram und Mehmet Yigit (von links) schliessen auf Ende Jahr ihr «Feldschlösschen». «Der Entscheid ist in zwei, drei Jahren gereift», sagen die Beiden.

«Es war eine sehr schöne Zeit mit unseren Gästen aus Grenchen und der Region. Aber jetzt brauchen wir eine Aus-Zeit», sagen Bayram und Mehmet Yigit. Seit knapp 20 Jahren führen sie das Restaurant Feldschlösschen in Grenchen, sind Besitzer des Restaurants – und im eigentlichen Sinne zufrieden. Aber die intensive Zeit hat gesundheitlich Spuren hinterlassen.

Von: Joseph Weibel

Es sei ihnen wichtig, sagen Bayram und Mehmet Yigit, ihre Kundschaft frühzeitig zu informieren, und ihnen vor allem zu danken für das Vertrauen und die Treue.
Was ist geschehen? «Nichts», bekräftigen Bayram und Mehmet Yigit. Bayram blickt zu seinem Bruder: «Er ist gesundheitlich angeschlagen und braucht eine Aus-Zeit.» Mehmet Yigit steht in der Küche, Bayram schaut im grossen Betrieb mit 120 Sitzplätzen im Innen- und 50 im Aussenbereich nach dem Rechten. Auch wenn dieses Angebot wegen der Corona-Krise nur zur Hälfte genutzt werden kann, sind die Tage und Abende lang – 15 Stunden-Tage seien keine Seltenheit. Das Restaurant war in den Anfängen sieben Tage in der Woche geöffnet; bis letzten August immer noch sechs Tage.
Als sie vor knapp 20 Jahren nach Grenchen gekommen sind, haben sie sich auf die neue Herausforderung gefreut. «Wir waren gastronomische Novizen», schmunzelt Bayram Yigit. Sie haben aber die Herzen ihrer Gäste schnell gewonnen und  sind mit ihren Familien rasch heimisch geworden. 
Sie nehmen die Antwort auf eine mögliche Frage gleich vorweg: Nein. Es war kein spontaner Entscheid. Er sei in den letzten zwei, drei Jahren gereift. Es sei auch immer schwieriger geworden, qualifiziertes Personal zu finden. Die gesundheitlichen Beschwerden würden es nicht zulassen, weiterhin selbständig die Arbeit weiterführen zu können. Wenn es eng wurde in Küche und Betrieb, konnten Bayram und Mehmet Yigit auf die Hilfe der Familie zählen. «Einen Moment halten die beiden inne beim Erzählen. Sie senken den Kopf und wirken auch ein bisschen traurig. Und jetzt? «Jetzt machen wir erst einmal einen Schnitt, und dann schauen wir weiter.»
Und was passiert mit dem Restaurant, das ihnen gehört? «Wir möchten das Restaurant in erster Linie vermieten», sagt Bayram Yigit. Ein Verkauf wäre, sofern sich Interessenten finden würden, ebenfalls denkbar. Es braucht Mut für den Schritt, den das Brüderpaar Yigit nun macht. Der türkische Begriff und Name der Familie – Yigit – steht übrigens für das deutsche Wort «Mut»!

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