Grenchen
06.01.2021

«Schnitzeljagd» mit Satellitenunterstützung

Der Grenchner Roland Hartmann präsentiert den gefundenen «Cache» in der Region Moosalp.

Der Grenchner Roland Hartmann präsentiert den gefundenen «Cache» in der Region Moosalp.

Geocaching ist eine Freizeitbeschäftigung, bei der jemand, ausgerüstet mit einem GPS-Empfänger und Koordinaten auf «Schatzsuche» geht. Auch in unserer Region gibt es immer mehr «Schatzsucher», die zum Beispiel auf dem Grenchenberg sogenannte «Cache» suchen. Einer von Ihnen ist der Grenchner Roland Hartmann. Er nennt sich «Roi der Cacher».

Von: Daniel Martiny

Die Schatzsuche mit GPS hat einen Namen: Geocaching. Mit Hilfe von GPS-Geräten orten die modernen Schnitzeljäger verborgene Schätze, die zuvor von Gleichgesinnten versteckt wurden. Die Grundregeln sind einfach: Am Fundort befindet sich eine Dose mit Logbuch und Schatz. Man trägt seinen Namen ins Logbuch ein, der Schatz wird ausgetauscht und die Büchse für den Nächsten wieder versteckt. In der Schweiz sind etwa 27200 schweizerische und über 13800 ausländische Geocacher unterwegs und suchen nach über 35000 Verstecken. Laut dem 54-jährigen Grenchner Roland Hartmann wird damit Wandern in freier Natur verbunden, mit Entdecken, Rätseln, Erleben und Kennenlernen von neuen Plätzen, eine Art «neues Wandern» entdeckt. Geeignet auch für Familien.

800 Kilometer in einem Jahr

Angefangen hat es für Roland Hartmann im Jahr 2008. Der Präsident der BDP Grenchen wurde auf einer Wanderung von einem Kollegen dazu animiert. «Seither habe ich in 20 Ländern 2664 «Cache» gefunden.» Teilweise benötige man dafür wenige Minuten, meistens jedoch mehrere Stunden, je nachdem wie schwierig und zugänglich das Gelände ist. Und dies sei 24 Stunden am Tag möglich, einige «Cache» seien nur in der Nacht auffindbar. «Meistens bin ich in der Schweiz unterwegs. Mein Hobby führte mich jedoch auch nach Lappland, nach Ägypten, Jamaica oder Mexiko. In erster Linie darf darum behauptet werden, dass man ohne das Geocaching die vielleicht schönsten Plätze der Welt gar nie zu Gesicht bekommen würde.» Der inzwischen verheiratete Grenchner, bei uns auch im Feuerwehrverein, im OK der Chürbisnacht oder im Hauseigentümerverein tätig, hat sich das Motto gesetzt: «Nur der gesunde Menschenverstand bringt Dich weiter. Sei dies in der Politik, oder eben beim Geocaching. Allein im Jahr 2020 habe ich rund 800 Kilometer nur mit Cachen zurückgelegt.»

«Cache» bedeutet geheimes Lager

Ein Geocache besteht aus einem Behältnis, einer Filmdose, einer Plastikdose oder Blechkiste, und darin sind Kleinigkeiten. Ein Finder nimmt sich davon etwas und legt etwas anderes dazu. Wichtig ist das Logbuch, in das sich der Finder mit Datum, Zeit und seinem Geocacher-Übernamen einträgt. Er kann auch lustige Bemerkungen hineinschreiben, etwa, dass er bei der Suche in den Bach gefallen sei. Roland Hartmann nennt sich «Roi der Cacher». Und trotzdem geht es also nicht um wirklich «wertvolle» Schätze. Es lohne sich also nicht, vor Beginn der Suche seine Arbeitsstelle zu kündigen und bereits Immobilienprospekte zu bestellen. Der Weg ist das Ziel. Das Reizvolle an der Schatzsuche ist das Auffinden des Wegs und schliesslich des Schatzes. Ist der Ort schliesslich gefunden, wird der Geocache wieder an derselben Stelle versteckt. Der Fund kann im Internet vermerkt und allenfalls auch durch Fotos ergänzt werden. So können andere Personen, insbesondere der Verstecker («Owner» genannt), die Geschehnisse rund um den Geocache verfolgen. Wesentlich sei beim gesamten Such- und Tauschvorgang, dass von weiteren Personen das Vorhaben nicht erkannt wird und so der «Cache» Uneingeweihten verborgen bleibt.

Benötigt werden GPS-Signale

Der Schatzsucher benutzt GPS-Signale. GPS heisst Global Positioning System. Es ist ein System von 24 Satelliten, die das US-Verteidigungsministerium in genügender Höhe und mit grossem finanziellen Aufwand am Himmel fixierte, sozusagen. Anfänglich wurden die Signale aus militärischen Gründen künstlich verzerrt, sodass der Normalo nur mit einer Genauigkeit von 100 Metern seinen Standort bestimmen konnte. Vor 20 Jahren wurde die Verzerrung (von der Clinton-Regierung) aufgehoben. Seither kann jedermann mit dem entsprechenden Gerät seine geografische Lage bis auf 10 Meter genau bestimmen. Mit einigen Zusatzkniffs ist eine Lagebestimmung bis auf einen Meter genau möglich. Die Schatzsuche mit Geocaching kostet eigentlich nichts. Die einzige Investition ist ein GPS-Empfänger. PC und Internet hat sowieso jeder schon. Die Reisekosten seien hier nicht speziell erwähnt. Es gibt einige sehr anspruchsvolle «Cache». Dann weisen die veröffentlichten Koordinaten auf einen Ausgangspunkt hin. Von dort aus müssen diverse Zwischenstationen gesucht werden. Aus der Beantwortung kniffliger Fragen ergeben sich dann die Koordinaten der nächsten Zwischenstation und schliesslich des Verstecks. Aktuell sind rund drei Millionen «Caches» in 191 Ländern angelegt. Inzwischen gibt es schon einen «Cache» in der Weltraumstation ISS. Es ist ein sogenannter «Drive-In», zu dem man mit dem Fahrzeug hinfahren kann. Allerdings ist dieses «Fahrzeug» in jenem Fall doch sehr speziell…

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