Grenchen
13.01.2021

Die unverzichtbaren sozialen Kontakte

Kundenberaterin Sandra Stocco von der Nahrin AG bietet auch Online-Bestellungen an.

Kundenberaterin Sandra Stocco von der Nahrin AG bietet auch Online-Bestellungen an.

Der Grenchner Wochen- und Monatsmarkt findet mit dem dazugehörenden Schutzkonzept nach wie vor statt und findet auch weiterhin regen Anklang bei der Kundschaft. Dass man inzwischen die meisten Marktprodukte auch online beziehen kann, hindert trotz der Pandemie nicht am wöchentlichen Besuch des Märits.

Von: Daniel Martiny

Reges Treiben auf dem Grenchner Marktplatz am ersten Wochenmarkt des neuen Jahres. Zwar läuft der Betrieb notgedrungen etwas auf Sparflamme, dies tut der Kauflust der Grenchner für die Frischwaren jedoch keinen Abbruch. «Die Polizei hat uns darauf hingewiesen, nicht zu viele Ware mitzunehmen und auszustellen», sagt Alessandro Paludi. Der Marktfahrer mit seinen italienischen Produkten hat keine Möglichkeit, per Internet seine Ware anzubieten. «Vielleicht bleibt mir aber nichts anderes übrig, als zu investieren und ebenfalls auf diesen Zug aufzuspringen.» Ganz anders die Familie Grünenfelder mit ihrem Biogemüse: Die Homepage ist aktuell und man kann jederzeit die gewünschte Ware bestellen. «Wir betreiben einen Hauslieferdienst im Seeland und den angrenzenden Gemeinden», sagt Silvia Grünenfelder. Und trotzdem: «Wichtig ist der Kontakt zur Kundschaft und so wollen wir, wenn immer möglich mit unserem Stand die Märkte auf jeden Fall weiterhin besuchen.»

Das wöchentliche Ritual

Derweil sitzen Erika Kobel und Jane Hesse trotz der beissenden Kälte mit einem Kaffee vor dem Restaurant/Hotel Passage. «Wir sind jede Woche hier. Zumindest ein «Café to go» ist unser Ritual, ganz egal wie die Wetterverhältnisse sind.» So würde wenigstens der letzte soziale Kontakt noch aufrechterhalten und dies verhindere die totale Depression. Das Internet kann uns diese Treffen nicht ersetzen, sagen die beiden Frauen übereinstimmend. «Wir nutzen auf dem Markt die Synergien und die Qualität der angebotenen Waren», meint die regelmässige Marktbesucherin Sabine Kühne. Zusammen mit ihrer Kollegin Brigitte Bürgisser fühlt sie sich auf dem Markt sicherer als in einem Einkaufszentrum. Zwar bestelle auch sie zwischendurch etwas im Internet, doch viel wichtiger bleiben die Kontakte auf zwischenmenschlicher Basis, die durch das Netz nicht ersetzt werden könnten. Bei Gemüsebauer Willy Gloor läuft das Geschäft «verhalten» aber trotzdem nicht schlecht. Bei einem Lockdown könne man zwar auf den Hofladen hinweisen, dies sei jedoch mit einem Stand auf dem Märit nicht vergleichbar. Online-Bestellungen seien weniger beliebt. Besser läuft das Online-Geschäft bei der Nahrin AG. «Wir haben keine verderblichen Frischwaren und darum auch einen Online-Shop der rege genutzt wird», erklärt Kundenberaterin Sandra Stocco. Beste Werbung sei jedoch immer noch der Kundenkontakt vor Ort. Dies dürfte auch all den anderen Marktfahrern ähnlich ergehen. Gemäss unserer Umfrage wolle man nur im Notfall total auf den Online-Handel zurückgreifen.

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