Region
07.04.2021

Wenn Geschriebenes Berge versetzt

Auch ein Mikro-Projekt kann Berge versetzen: Über den Skilift Asp hatte 2013 sogar das «Migros-Magazin» berichtet.

Auch ein Mikro-Projekt kann Berge versetzen: Über den Skilift Asp hatte 2013 sogar das «Migros-Magazin» berichtet.

Kennen Sie die Gemeinde Asp? Kennen Sie Densbüren? Die beiden Gemeinden im Aargau gehören zusammen und zählen 730 Einwohner. Was aber noch viel wichtiger ist: Asp hat einen eigenen Skilift – auf eigentlich aussichtslosen 600 Metern Höhe. Was hat der Skilift Asp mit Grenchen zu tun? Lesen Sie einfach weiter.

Von: Joseph Weibel

«Im Januar 2021 fällt in Asp Schnee, dass Hans Schneider bis zur Wade darin versinkt. Erstmals seit 1400 Tagen kann er mit seinem Freund René Arnet im Aargauer Dorf eine Skipiste präparieren», steht in der NZZ vom 3. April 2021. Fünf ganze Seiten sind diesem nicht ganz alltäglichen Skigebiet im Mittelland gewidmet. Die Geschichte ist so verrückt, wie seinerzeit das Vorhaben dieser beiden Skipioniere, die sich vor vielen Jahren gedacht haben: Wir bauen einen Skilift auf 650 Metern Höhe.

Seit 1988 gab es viele Skitage, aber auch viele Wintertage ohne Skifahren in Asp. Transportmittel zur Bergstation auf 650 Metern Höhe ist ein Schlepplift, früher sagte man «Babylift» zu dieser einfachen Anlage, die Kindern mehr anheim ist als Erwachsenen. Mittlerweile bewirtschaften die zwei Skiliftbetreiber mit freiwilligen Helfern eine Skihütte in einem umgebauten Bauwagen. Im Frühling wird der Lift abgeräumt und verstaut. Finanzieren müssen die Beiden ihr Projekt selber – mit Spenden und Ticketverkäufen. 10 Franken kostet die Tageskarte für Erwachsene, 6 Franken für Kinder. Preise wie von «anno dazumal».

Und jetzt kommt die Passage in der «NZZ», die uns hellsichtig macht. Da steht: «Andere Skilift-Betreiber im Mittelland lassen sich von den Grossen unterstützen. (…) Die Saison-Abo-Besitzer vom Grenchenberg können in Adelboden vergünstigt eine Tageskarte kaufen, wenn in Grenchen der Schnee fehlt.» Das ist aber nicht der einzige Grund, der uns bewegt, diese kleine und feine Geschichte zu erzählen. Sie zeigt auch auf, dass selbst ein solches Mikro-Projekt, gut verkauft nach aussen, Berge versetzen kann – auch dann, wenn es dort gar keine gibt. 2013 hatte das «Migros-Magazin» über den Lift berichtet. Die Piste sei tipptopp im Schuss, und der Lift laufe wie ein «Örgeli». Und was passierte? Plötzlich seien sie von überall her angereist, erinnert sich René Arnet in der «NZZ». Busse und Autos hätten sich verkeilt auf der Zufahrt zum Lift.

«Tue Gutes und sprich davon», heisst es allenthalben. Das muss nicht nur für Asp gelten, und auch nicht nur für ein Skigebiet im Mittelland gelten, oder?!

www.skilift-asp.ch