Kanton Bern
12.03.2019

Direkter Draht zur Steuerverwaltung

Steuererklärung ohne Papierkram: Ab diesem Jahr können im Kanton Bern die Steuern neu vollständig elektronisch erfasst und eingereicht werden. zvg)

Steuererklärung ohne Papierkram: Ab diesem Jahr können im Kanton Bern die Steuern neu vollständig elektronisch erfasst und eingereicht werden. zvg)

Als Teil der Strategie «Mehr Effizienz bei begrenzten Ressourcen» bietet die Berner Steuerverwaltung ab diesem Jahr neu an, die Steuererklärung vollständig elektronisch übermitteln zu können. Selbst eine von Hand unterschriebene Freigabequittung in Papierform entfällt dabei.

Stefan Kaiser

Eines gleich vorweg: Die Steuererklärungen können im Kanton Bern immer noch auf die herkömmliche Weise in Papierform und mit allen gedruckten Belegen eingereicht werden. Doch diese Variante wird heute nur noch von knapp 15 Prozent der Steuerpflichtigen gewählt, im Jahr 2010 waren es noch über 25 Prozent. Rund zwei Drittel der Steuererklärung werden im Kanton Bern aber mittlerweile über die Veranlagungssoftware TaxMe eingegeben, wobei die Belege sowie die unterschriebene Freigabequittung allerdings noch in Papierform nachgereicht werden mussten. Ab diesem Jahr besteht nun neu die Möglichkeit, sämtliche Belege bereits während des Erfassens elektronisch hochzuladen, z.B. mittels Handyfoto, und durch die Anmeldung über das kantonale Portal BE-Login entfällt neu auch die unterschriebene Papierfreigabequittung.

Schweizer Vorreiterrolle

«Mit der Möglichkeit, die Steuererklärung neu vollständig elektronisch freigeben und einreichen zu können, wollen wir quasi die nächste Etappe zünden», erklärt Hansjörg Herren, Leiter Region Seeland bei der Berner Steuerverwaltung. Denn mit der Strategie «Mehr Effizienz bei begrenzten Ressourcen» fördert die Steuerverwaltung schon seit Jahren neue Möglichkeiten der Digitalisierung im E-Government-Bereich. Und mit unter 15 Prozent Steuererklärungen in Papierform nimmt der Kanton Bern in der Schweiz eine Spitzenposition und Vorreiterrolle ein. Aus dem Seeland stammen übrigens rund 110000 der 650000 Steuerpflichtigen im Kanton Bern.

Sicherheit und Potenzial

Eine weitere Effizienzsteigerung sieht Hansjörg Herren in der Folgebearbeitung der eingereichten Unterlagen. Denn z.B. die Bankabschlüsse werden auch mit der neuen Variante von den Steuerpflichtigen noch eingescannt oder fotografiert. «Doch wenn die Banken diese Belege künftig ebenfalls elektronisch verfügbar machen, birgt das für uns ein weiteres Potenzial in der automatischen Erfassung aller steuerrelevanten Daten», erklärt Herren. Doch er räumt ein: «Selbst wenn wir mehr Abschlüsse durch den Automaten lassen können, benötigen wir immer noch Personal, das Kontrollen vornimmt. Denn wir haben auch den wichtigen Auftrag, das vorhandene Steuersubstrat zu erhalten.»

Die Registrierung über das Portal BE-Login, die mittels der Login-Daten auf dem Brief zur Steuererklärung geschieht, und mit der die handschriftliche Unterschrift entfällt, ist laut Hansjörg Herren sehr sicher und vergleichbar mit den Standards im Online-Banking, wo auch mit SMS-Codes gearbeitet wird.

Wer aus erster Hand mehr zum Thema erfahren will, erhält am Stand der Steuerverwaltung an der Eigenheim-Messe in Bern Gelegenheit, die vom 28. bis am 31. März 2019 stattfindet. Und auch an der Berner Ausbildungsmesse BAM (6. bis 10. September 2019) ist die Steuerverwaltung vor Ort präsent.