Grenchen
09.04.2019

Erste Hilfe vom Automaten

Trotz der einfachen Handhabung von Defibrillatoren empfiehlt Renate Rüefli vom Grenchner Samariterverein, regelmässig einen Reanimationskurs zu besuchen.Acht öffentlich zugängliche Defibrillatoren stehen in Grenchen für Notfälle bereit. Die automatisierten Geräte können problemlos auch von Laien in Betrieb genommen werden. (Bilder: Joseph Weibel)

Trotz der einfachen Handhabung von Defibrillatoren empfiehlt Renate Rüefli vom Grenchner Samariterverein, regelmässig einen Reanimationskurs zu besuchen.

Acht öffentlich zugängliche Defibrillatoren stehen in Grenchen für Notfälle bereit. Die automatisierten Geräte können problemlos auch von Laien in Betrieb genommen werden. (Bilder: Joseph Weibel)

Ein breit ausgelegtes Netz von Defibrillatoren sorgt in der Stadt für eine gute Abdeckung zur Ersten Hilfe bei Herzrhythmusstörungen. Die Geräte sind sehr einfach zu bedienen, doch es empfiehlt sich immer auch der Besuch eines Reanimationskurses beim Samariterverein, um weitere Lebensrettende Massnahmen zu erlernen.

Stefan Kaiser

In den vergangenen Jahren wurde landesweit ein dichtes Netz mit Defibrillatoren eingerichtet, damit in Fällen von Herzrhythmusstörungen rasch Erste Hilfe geboten werden kann. Denn mit jeder Minute, die für eine betroffene Person ohne Frühdefibrillation verstreicht, sinkt die Lebenserwartung um zehn Prozent. Allein in Grenchen wurden von der Stadt an neuralgischen Punkten und für alle zugänglich acht Defibrillatoren aufgehängt (siehe Kasten), und weitere Defis in Firmen, Unternehmen und Schulhäusern tragen zu einer guten flächendeckenden Versorgung bei.

Reanimationskurs besuchen

Defibrillatoren sind zwar sinnvolle Hilfsmittel, doch sie müssen nicht in jedem Notfall zum Einsatz kommen. «Es ist deshalb empfehlenswert, wenn man bei uns einen Reanimationskurs besucht und diesen wenn möglich alle zwei Jahre wiederholt, um in Übung zu bleiben», hält Renate Rüefli, Präsidentin des Samaritervereins Grenchen und Umgebung, fest. Der Samariterverein bietet dazu zwei Kurse an, die von Gruppen ab fünf bis sechs Leuten gebucht werden können. Der Grundkurs dauert vier Stunden, und es sind vor allem Firmen, die diese für ihre Mitarbeiter buchen. Für Laien empfiehlt sich auch ein Kompaktkurs von einer Stunde Dauer, um die wesentlichen Punkte der Ersten Hilfe kennenzulernen. Pro Monat führt der Grenchner Samariterverein rund zwei Kurse durch.

Neben dem Einsatz von Defibrillatoren lernt man in den Kursen auch weitere lebensrettende Massnahmen. Etwa Beatmungstechniken oder die Thoraxkompression (Herzmassage), um den Lungen-Herz-Kreislauf manuell aufrechtzuerhalten. «Eine Mund-zu-Mund- oder Mund-zu-Nasen-Beatmung kann je nach Fall nicht allen zugemutet werden, und man ist auch nicht dazu verpflichtet», hält Renate Rüefli fest. In den öffentlichen Defibrillatoren der Stadt Grenchen befinden sich allerdings Taschenmasken mit Bakterienfiltern, damit man in jedem Fall auch künstlich beatmen könnte.

Kontakt Samariterverein: Renate Rüefli, Mo.–Fr. über Mittag unter 032 641 25 14. Weitere Infos unter www.samariterverein-lommiswil.ch.