Grenchen
01.10.2019

Salsa pomodoro – einfach gut

Die Tomatensauceproduktion erfordert viel Geduld und Teamwork: Lucio und Graziano Manco (von links) beim Pürieren der eingekochten Mischung aus Tomaten, Zwiebeln, Salz und Basilikum.

Die Tomatensauceproduktion erfordert viel Geduld und Teamwork: Lucio und Graziano Manco (von links) beim Pürieren der eingekochten Mischung aus Tomaten, Zwiebeln, Salz und Basilikum.

Ganz ehrlich: Was ist eine Pasta oder eine Piccata Milanese ohne Tomatensauce oder auf gut italienisch: salsa di pomodoro? Nichts. Richtig! Wer hat sie erfunden: die Italiener natürlich. Produziert nach alter Väter und Mütter Sitte wird sie einmal jährlich im «Pomodoro» in Grenchen.

Joseph Weibel (text und bild)

Nomen est omen. Wo anders sollte die salsa di pomodoro produziert werden als im «Pomodoro» selbst? Wir haben der Familie Manco buchstäblich in den Topf geschaut und gestaunt, wie in weniger als einer Woche 1500 Liter frische Tomatensauce entstehen kann. Auf die einfache und ursprüngliche Art.

Ich erinnere mich an den TV-Spot, der in einer italienischen Kleinstadt spielt: In einem riesigen Topf werden Tausende von Litern salsa pomodoro angesetzt. Und die ganze Bevölkerung steht da und wartet nur auf eines: auf das befreiende Kopfnicken von Mamma. Sie kostet die Sauce und nickt der wartenden Menge zu. Alle jubeln. Die Sauce ist geglückt.

An der Solothurnstrasse 139 in Grenchen hat es weniger Publikum. Die Szenerie ist aber dieselbe. Mit dem grossen Unterschied, dass hier die 120 bis 150 Minuten, die eine Produktion von 25 Litern salsa pomodoro erfordert, durchgespielt werden, bis zum erlösenden Ende. «Seit sechs Jahren schalten wir im Herbst diese Saucenproduktion ein», sagt Graziano Manco, Inhaber der Pizzeria Pomodoro. Und die ganze Familie, alle Mitarbeitenden, helfen mit. Allen voran «Mamma» Maria Manco und ihr Mann Lucio Manco, Sohn Graziano und Uli «Pomodoro». Sie arbeiten einander Hand in Hand. Es herrscht eine überaus ruhige und entspannte Atmosphäre. «Die Produktion erfordert viel Geduld», sagt Graziano Manco.

Bei unserem Besuch werden die letzten Kilos Tomaten der Sorte San Marzano gekocht, püriert und in Gläser eingemacht. Am Schluss werden es rund 1500 Liter Sauce sein und zum Beispiel die selbstgemachten Orecchiette (Pasta) oder Bruscetta verfeinern. Die Sauce wird übrigens nach der traditionellen Weise der Region Salerno (salsa pomodoro «Alla Manta») hergestellt. Aus dieser Region (Lecce) stammt die Familie Manco – seit 2007 auf dem «Pomodoro» in Grenchen.

Diese Woche und noch bis am Sonntag (6. Oktober) heisst es im «Pomodoro» für einmal ganz unitalienisch: «Oazapft is!» – ganz nach einem bayerisch angehauchten Oktoberfest.

In der nächsten Ausgabe verraten wir noch etwas mehr über diese Produktion und dokumentieren sie mit Bildern.