Büren an der Aare
06.01.2020

Die Türmliwiler und ihr Kornkreis

Die einheimischen «Houzbrügg-Fäger» heizen so richtig ein.Eine Ehren-Delegation aus Selzach geniesst das fasnächtliche Treiben.Der Gemeindepräsident verwöhnt seine Bürener am offerierten Apéro gleich persönlich.Der «Nimmerseelig» brennt lichterloh und kann zumindest ein Jahr lang keinen Schaden mehr anrichten.Auch Zauberer lassen sich in Türmliwil blicken.

Die einheimischen «Houzbrügg-Fäger» heizen so richtig ein.

Eine Ehren-Delegation aus Selzach geniesst das fasnächtliche Treiben.

Der Gemeindepräsident verwöhnt seine Bürener am offerierten Apéro gleich persönlich.

Der «Nimmerseelig» brennt lichterloh und kann zumindest ein Jahr lang keinen Schaden mehr anrichten.

Auch Zauberer lassen sich in Türmliwil blicken.

Die schweizweit erste Fasnacht des Jahres in Büren an der Aare kannte dieses Jahr besonders viele Schnitzelbank-Sujets. Man denke nur schon an den Kornkreis… Höhepunkte am «Büre Nöijohr» war einmal mehr der grosse Umzug und das Verbrennen des «Nimmerseelig».

Daniel Martiny (Text und Bilder)

Seit über 500 Jahren soll es gemäss alten Überlieferungen die Bürener Fasnacht geben. Mit einer Chesslete am Neujahrsmorgen um 05.01 Uhr startet die zweitägige Fasnacht heuer unter dem Motto «Ä grosse Wurf». Erster Höhepunkt dann am Samstag der grosse Umzug und die Guggenkonzerte auf der Bühne. Hunderte Zuschauer erfreuen sich am Treiben im für die närrischen Tage umbenannten Städtli Türmliwil. Die gleichnamige Zunft organisiert alljährlich den Anlass, der weit über die Region Seeland hinaus bekannt ist. Erneut präsentieren sich viele Vereine aus nah und fern, Guggenmusiken sowie spontane Gruppen aktiv mit Wagen und Auftritten am Umzug oder mit Schnitzelbänken.

Vielfältige Schnitzelbänke

An ausserordentlichen Geschehnissen und damit an Stoff für die Schnitzelbänke in den Beizen, Bars und Restaurant im Städtchen fehlte es 2019 nicht. Schweizweit ein ganz besonderes Ereignis: der Kornkreis im Spätsommer in der Ey. Es soll das Werk von Ausserirdischen gewesen sein. Die Gugge Holzbrüggfäger nahm das Thema auf und das Sujet für die Türmliwilerzunft war damit klar. Doch auch das Kocher-Büetiger Haus kam seinen Speck weg. Unter dem Motto: «Ä grosse Wurf» nahmen die Schnitzelbänkler das erneute Renovierungsprojekt genau unter die Lupe. Zudem kam natürlich auch «Umweltaktivistin Greta» zur Sprache. Am Umzug durften dagegen die furchterregenden Monster aus dem Wiggertal ebenso wenig fehlen wie die Stadtratten aus Grenchen.

Der «Nimmerseelig» ist besiegt

Während draussen der «Nimmerseelig» nach seiner zweitägigen Büren-Odyssee auf sein letztes Stündlein wartet, amten die Gemeindevertreter als grosszügige Apéro-Gastgeber im Festzelt. Am Bärzelistag um Punkt 18.01 Uhr wird der «Nimmerseelig» schliesslich auf dem Hauptplatz verbrannt. Auf dass er niemandem mehr schaden kann. Derweil feiert die jüngste Generation quasi ihre eigene Fasnacht: Der Kinderumzug gehört unterdessen ebenso zum Büre-Nöijohr wie die grosse Fasnachtsparty der jüngsten Schüler und die anschliessende Teeny-Fasnachtsparty. Und während sich die Bevölkerung am von der Gemeinde gespendeten Apéro genüsslich tut, gibt es in Türmliwil noch lange keinen Feierabend. Die Strassenfasnacht und das Treiben in den Städtli-Lokalen, den Restaurants, Zelten und Kellern, dauert noch bis in die tiefe Nacht. Bald schon herrscht aber wieder Ruhe in Büren und die Figur des «Nimmerseelig», die das Böse personifiziert und der 1798 mehrere Häuser angezündet haben soll, ist zumindest für ein Jahr lang aus dem Städtli verbannt.