Fasnacht
15.02.2020

Die fünfte Jahreszeit ist viel zu schnell vorbei

Hauptsächlich bunt: Man will sein Kostüm möglichst einem breiten Publikum in diversen Gemeinden vorführen.
Mit seinem Motorrad kennt er keine Grenzen und kann diverse Fasnachts- Veranstaltungen im Kanton ansteuern.

Hauptsächlich bunt: Man will sein Kostüm möglichst einem breiten Publikum in diversen Gemeinden vorführen.

Hauptsächlich bunt: Man will sein Kostüm möglichst einem breiten Publikum in diversen Gemeinden vorführen.
Mit seinem Motorrad kennt er keine Grenzen und kann diverse Fasnachts- Veranstaltungen im Kanton ansteuern.

Mit seinem Motorrad kennt er keine Grenzen und kann diverse Fasnachts- Veranstaltungen im Kanton ansteuern.

Viel zu schnell gehen sie vorbei, die närrischen Tage, die sogenannt fünfte Jahreszeit. Das Problem für die angefressenen Fasnächtler: Fast überall finden die Anlässe und Umzüge mehr oder weniger gleichzeitig statt. Es gibt jedoch Möglichkeiten, die diesjährige Fasnacht zu verlängern und diverse Veranstaltungen in der Umgebung zu besuchen.

Von: Daniel Martiny (Text und bilder)

Erster Fixpunkt der Fasnächtler ist jeweils das «Büre Nöjahr». Im Städtchen können die Wagen und die Kostüme erstmals dem Publikum präsentiert werden und man spürt, ob man damit ankommt. Seit Jahren regelmässig in Büren an der Aare zu Gast sind zum Beispiel die Grenchner Stadtratten. Die Türmlizunft aus dem Städtchen zieht es dagegen mehr in Richtung Lyss. Die Saison geht dann erst im Februar richtig los. Bis dahin herrscht in den Zünften vorab bei den Wagenbauern und Kostümschneidern emsiges Treiben. Die Närrinnen und Narren haben bei uns vorab zwischen dem «Schmutzigen Donnerstag» und dem «Aschermittwoch» Hochkonjunktur. Kaum ein Abend, ohne dass irgendeine Fasnachts-Veranstaltung stattfindet. In der Region gibt es jedoch nicht nur in Grenchen eine grosse Fasnacht, Bettlach und Selzach lassen sich auch nicht lumpen. Und so wollen diese Gemeinden auch in Grenchen quasi Werbung in eigener Sache machen. Und wenn schon die Haupt-Guggen nicht überall vor Ort sein könne, kommt es nun vor, dass man zumindest eine Delegation in die Nachbarschaft entsendet.

Verlängerung in Bern und Biel

Möglichkeiten und Lösungen gibt es immer: Wer nicht gleich nach Luzern oder Basel reisen möchte, der profitiert von der Fasnacht in den beiden Städten Bern und Biel, wo das Treiben erst am 27. Februar beginnt, also einen Tag nach dem Aschermittwoch. Sind die Umzüge in unserem Einzugsbereich vorab auf Sonntag, 23. Februar terminiert, kann man auf dem Dornacher Platz in Solothurn am Dienstag, 25. Februar, beispielsweise den Zapfenstreich geniessen. Die Fasnachts-Zünfte aus dem Bernischen und aus dem Solothurnischen Seeland haben sich in den letzten Jahren vermehrt gegenseitig unterstützt. Man koordiniert teilweise Monate vorher die Umzugstermine, damit nicht alle auf dasselbe Datum fallen. Zünfte und Guggen aus Lyss, Luterbach oder Deitingen sind damit plötzlich regelmässige Gäste im bernischen Mülchi. Der harte Kern der Fasnächtler geniesst natürlich. Überhaupt sei es wichtig, dass der Zusammenhalt in den Zünften gefördert werde, weil es auch immer weniger Zünfte gibt.

Wird Grenchen bald «verkauft»?

Für viele kleine Gemeinden wurde es in den letzten Jahren immer schwieriger, eine eigene Fasnacht auf die Beine zu stellen. Vor gut 50 Jahren waren Maskenbälle in den Dörfern sehr beliebt. Inzwischen sind diese mangels genügender Besucherzahlen quasi verschwunden. So auch in der Gemeinde Arch. Mit der Idee, das fasnächtliche Treiben nicht sterben zu lassen, starteten die Noah-Zünftler in Arch vor zehn Jahren die Kinderfasnacht. Diese ist nun schon derart bekannt, dass sie selbst Besucher aus Deutschland anzieht. Dazu kommen Gäste wie zum Beispiel in diesem Jahr die Jugendgruppe «Note-Tschauper» aus Biberist oder die «Houzbrügg-Fäger» aus Büren. Man weiss sich zu helfen. So nutzten die «Krachwanzen» aus Bettlach vergangene Woche die Bözinger-Fasnacht als Hauptprobe. Eine andere Lösung hat Solothurn gefunden. Da gibt es ein Schnitzelbank-Festival während drei Tagen. Grenchen ist am 25. Februar ein Thema. Das Allzeit-Lieblingsthema der Solothurner Fasnächtler darf sowieso nicht fehlen. Man blickt gerne gegen Westen, sinniert über den neu budgetierten «Dienschtchare» der Grenchner Stadtpolizei oder über die relevante Führungserfahrung von Stapi Scheidegger, in deren man als frühere Tätigkeit die Position als Präsident der Stadtmusik Solothurn vermutet. Übrigens: Grenchen soll bei der vom Oltener Schriftsteller Alex Capus geforderten Auflösung des Kantons Solothurn als Schenkung an die Berner gehen. Naja… geniessen wir die närrischen Tage in der fünften Jahreszeit. In einigen Tagen ist alles vorbei und das lange Warten auf die Fasnachts-Veranstaltungen 2021 beginnt leider wieder von vorne.

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