Boccia? – Boccia! Der erste Grosse Preis der Stadt Grenchen

Wer kennt das Kugelspiel nicht? Boccia gehört für viele zum Feriengefühl wie Glace, Sonne und das Rauschen des Meeres. Besonders in Italien ist der Sport seit Generationen fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens. Seine Wurzeln liegen denn auch in Italien und in der Südschweiz.

Der Präsident und der Turnierdirektor: Erwin Affolter (links), Präsident des Bocciaklubs Grenchen, und Valter Trevi-san, der die Leitung des ersten Grossen Preises der Stadt Grenchen hatte.

Der Präsident und der Turnierdirektor: Erwin Affolter (links), Präsident des Bocciaklubs Grenchen, und Valter Trevi-san, der die Leitung des ersten Grossen Preises der Stadt Grenchen hatte.

Das Bocciaspiel hat auch ganz spannende Momente. Wenn es knapp wird, kommt der Schiedsrichter und misst genau nach, welche Kugel näher am Pallino liegt.

Das Bocciaspiel hat auch ganz spannende Momente. Wenn es knapp wird, kommt der Schiedsrichter und misst genau nach, welche Kugel näher am Pallino liegt.

Er war über viele Jahre Vizepräsident des ehemaligen Vereins Pro Ticino: Enzo Fumasoli.

Er war über viele Jahre Vizepräsident des ehemaligen Vereins Pro Ticino: Enzo Fumasoli.

Und noch einmal Lois mit einem der Schiedsrichter am Turnier, Angelo di Biase aus Grenchen.

Und noch einmal Lois mit einem der Schiedsrichter am Turnier, Angelo di Biase aus Grenchen.

Bocciahalle-Wirt Lois (links) mit der Schweizer Nummer 1 im Bocciasport, Rodolfo Peschiera (Mitglied des Klubs San Gottardo).

Bocciahalle-Wirt Lois (links) mit der Schweizer Nummer 1 im Bocciasport, Rodolfo Peschiera (Mitglied des Klubs San Gottardo).

Vizestadtpräsident Patrick Crausaz (links) war ebenfalls unter den Zaungästen im Bocciadromo in Grenchen. Rechts von ihm Giulio Bacchetta, Kassier des Bocciaklubs Grenchen. Bilder: Joseph Weibel

Vizestadtpräsident Patrick Crausaz (links) war ebenfalls unter den Zaungästen im Bocciadromo in Grenchen. Rechts von ihm Giulio Bacchetta, Kassier des Bocciaklubs Grenchen. Bilder: Joseph Weibel

Im Kanton Solothurn existieren heute noch zwei Vereine: der Bocciaklub Grenchen und Ital Grenchen, wobei Letzterer in Biel trainiert und spielt. Der Bocciaklub Grenchen – offiziell Società Bocciofila Grenchen – ist seit 1979 in der weit über die Region hinaus bekannten Bocciahalle zu Hause. Gegründet wurde der Verein bereits 1945 von eingewanderten Tessinern, die ihre Leidenschaft für das Präzisionsspiel mitbrachten.

An Pfingstsonntag organisierte der Klub unter der Leitung von Präsident Erwin Affolter erstmals den Grossen Preis der Stadt Grenchen. Rund 50 Spielerinnen und Spieler aus der halben Schweiz reisten an – insbesondere aus der Zentralschweiz, dem Jura und dem Tessin. Das Turnier wurde als Open ausgetragen, wodurch Teilnehmende aus allen Landesregionen startberechtigt waren.

Die Vorrunden fanden am Vormittag an verschiedenen Austragungsorten statt, ehe es am Nachmittag in der Grenchner Bocciahalle zum grossen Showdown kam. Dort kämpften die 14 Finalteilnehmer um den Sieg.

Eingefädelt hatte Affolter den Anlass noch gemeinsam mit dem früheren Stadtpräsidenten François Scheidegger. «Und wir haben auch die Absicht, nächstes Jahr wieder ein solches Turnier durchzuführen», erklärte Affolter. In den Jahren zuvor hatte der Bocciaclub jeweils ein Gedenkturnier organisiert. «Wir suchten nach einem neuen grossen Wettbewerb», so der Präsident.

Heute zählt der Bocciaklub Grenchen noch 36 Mitglieder. Die Halle mit ihren zwei Bahnen wird jedoch regelmässig von Vereinen und Gruppen gemietet – oft verbunden mit einem Essen im Restaurant der Bocciahalle. Dank der Umstellung von klassischen Sandbahnen auf moderne synthetische Beläge können inzwischen auch nationale Turniere in Grenchen durchgeführt werden.

Schade nur, dass nicht mehr Zuschauerinnen und Zuschauer den Weg in die Bocciahalle fanden. Denn Boccia ist weit spannender, als es auf den ersten Blick scheint: Mit erstaunlicher Präzision und viel Gefühl versuchen die Spieler, ihre Kugeln möglichst nahe an den Pallino zu platzieren – jene kleine rote Zielkugel, die über Sieg oder Niederlage entscheidet.

Für Sie unterwegs: Joseph Weibel