Das riesige Potenzial soll genutzt werden
Wie viel Potenzial hat Grenchen Süd? Ein Masterplan, der für das Areal um den Bahnhof erarbeitet worden ist, zeigt es auf. Die Entwicklung des Stadtraums Bahnhof Süd zum dichten, urbanen Wohnquartier ist nachvollziehbar. Der Grenchner Gemeinderat hat dafür Kredite gesprochen. Die Fokusnutzung Wohnen statt Gewerbe wird begrüsst.
Die Region um den Bahnhof Süd soll aufgewertet werden. Ein erster Schritt dazu wurde mit der Umgestaltung des Bahnhofplatzes abgeschlossen. Grenchen Süd soll zur multimodalen Drehscheibe der Agglomeration werden. Die Masterplanung ist als strategischer Wegweiser für die Umsetzung einzelner Projektvorhaben für die nächsten 20 Jahre zu verstehen. Entsprechend ist dahin gehend eine Sensibilisierung aller Beteiligten wichtig. Die Grenchner Vision zeigt einen lebendigen Stadtteil, in dem Mobilität kein Selbstzweck ist, sondern vielfältige lebenswerte Räume schafft: Cafés am Wasser, begrünte Plätze, verkehrsberuhigte Zonen und multifunktionale Freiräume. All dies verbunden durch einen attraktiven Veloweg entlang des renaturierten Baches und eine neue Unterführung, die nicht nur verbindet, sondern selbst zum Ort wird.
Zentrale Verkehrsführung
Zentral sind im Plan folgende Verkehrsführungen: Zum einen die Langsamverkehrsachse Nord-Süd von den Sportstätten in Richtung Zentrum und umgekehrt, zum anderen die Velo-Vorrang-Route Solothurn–Biel. Diese endet jetzt von Solothurn kommend südlich des Bahnhofs Grenchen an der Riedernstrasse. Das Ziel sei, sie bis Biel durchgängig zu machen. Via Moosstrasse soll sie dereinst in Richtung Lengnau geführt werden. Der Masterplan soll klären, wie die Route von der Riedern- in die Moosstrasse gelangt. Weil die SBB die Personenunterführung neu bauen wollen, sollen zudem mögliche Synergien für die Verkehrsplanung geprüft werden. Zum Thema werden gemäss Konrad Schleiss die beiden SBB-Rangiergeleise 4 und 5. Da wäre viel Platz vorhanden. Die SBB bestehen jedoch vorerst auf die vertraglich zugesicherten Rangiergeleise am jetzigen Standort.
Wie gross ist der Perimeter?
Insgesamt geht um eine Fläche von 135 000 Quadratmetern, was knapp 19 Fussballfeldern entspricht. Sie erstreckt sich zwischen der Léon Breitling- und der Flughafenstrasse sowie zwischen Freie- und Niklaus Wengi-Strasse. Mit Freude blickt man bisher auf den erfolgreichen Abschluss des Werkstattverfahrens zum Masterplan Bahnhof Grenchen Süd zurück. Besonders stolz sei man darauf, gemeinsam mit allen Beteiligten eine Vision entwickelt zu haben, die weit über konventionelle Verkehrsplanung hinausgeht.
Die durchdachte Vernetzung
Was den Machern besonders am Herzen liegt: Eine Mobilitätsdrehscheibe zu gestalten, die Menschen, Raum und Bewegung ganzheitlich zusammendenkt. Der freigelegte Bach wird zum grünen Rückgrat des neuen Quartiers und schafft gleichzeitig einen hochwertigen Aufenthaltsraum. Die durchdachte Vernetzung von Fuss-, Velo- und öffentlichem Verkehr ermöglicht nicht nur Mobilität, sondern echte Begegnung.
«Ein Masterplan ist nicht behördenverbindlich», betont Stadtbaumeister Aquil Briggen. Aus den möglichen erarbeiteten Lösungen muss zunächst eine Detailplanung entstehen. Wird ein konkretes Vorprojekt erarbeitet und budgetiert, dann wird es ins Agglomerationsprogramm aufgenommen. Das bedeutet: Zwischen 2032 und 2036 könnte der Bau von dem starten, was jetzt geplant wird. Am Dialogforum wurden die Ergebnisse des Werkstattverfahrens den Teilnehmern der Partizipation vorgestellt und die Rückmeldungen entgegengenommen. Es klang alles recht zuversichtlich. Wie die Visionen in die Praxis umgesetzt werden, muss nun gemäss Konrad Schleiss mit viel Energie angegangen werden. Fortsetzung folgt ...



