Die Fantasie ist diesmal «gränzelos»
Was wäre der Fasnachtsumzug in Grenchen ohne Umzugswagen? Acht grosse Gefährte sollen am 15. Februar durch die Konfettistrassen rollen, sechs Wagen der Zünfte sind echte Ungetüme.

«Gränzelos» heisst das diesjährige Motto der Grenchner Fasnacht von 12. bis 18. Februar. Der Höhepunkt dabei ist zweifelsohne der grosse Umzug vom 15. Februar. «Gränzelos» ist auch die Fantasie der Wagenbauer. Kürzlich öffneten sie für einen kurzen Moment ihre Tore, um dem Obernarren und der Presse Einblick zu gewähren. Nebst den örtlichen Zünften Hilari-, Luna-, Faschings- und Bööggezunft sind in Grenchen auch die beiden Zünfte Aare-Schnägge und Sauzfassnarre aus der Fasnachtshochburg Selzach wieder am Start. Das Motto der diesjährigen Fasnacht ist «Gränzelos» – wie immer ist es bewusst offen formuliert, damit man es unterschiedlich umsetzen kann. Zwingend an dieses Motto zu halten hat man sich allerdings lediglich bei der Dekorierung von Fasnachtsanlässen, etwa in den Beizen. Die Zünfte sind bei der Wahl ihres Themas frei.
Die Affen sind eingesperrt
Aus dem Fasnachtsmotto gründete die Bööggezunft die Grenchner Lotteriegesellschaft. Grenzen-Lose werden unters Volk gemischt. Ob es dabei allerdings den Jackpot zu gewinnen gibt, ist unbekannt. Ebenso weiterhin bis zuletzt ein Geheimnis bleibt, wie der Böögg aussehen wird. Es ist lediglich bekannt, dass er fast fünf Meter hoch sein wird. Der Hilari-Wagen will das Summerside Festival vorziehen. Dafür wird ein weibliches Streichensemble zuständig sein. Die Hersteller des Wagens der Faschingszunft sind seit drei Wochen jeweils am Samstag dabei, sich selber einzusperren. Sie verwandeln sich zu einer Affenbande. Wagenchef Patrick Ubeländer knüpft dabei an das Jubiläum der Schuelschwänzer an: «Zur Expedition Dschungel dürfen die Affen keineswegs fehlen.»
Sicherheitsregeln sind einzuhalten
Umzugschef ist Thomas Baur. Er ist es, der den Umzug konkret organisiert: Das reicht vom Anschreiben der Zünfte und Guggen aus Grenchen und Umgebung über das Suchen von weiteren Guggen auf Youtube bis hin zum Festlegen der «Startaufstellung». Er ist auch die Anlaufstelle bei Fragen, vor allem für den Bau der Wagen. Diese dürfen bestimmte Maximalmasse in Höhe, Länge und Breite nicht überschreiten. Auch gewisse Sicherheitsregeln sind einzuhalten. So muss der Traktor, der den Wagen zieht, auf der Seite mit Holzplatten verkleidet sein, und die Lücke zwischen Verkleidung und Boden darf nicht mehr als 20 Zentimeter betragen, damit kein heranspringendes Kind unter die Räder geraten kann. Auch der Wagen muss aus Sicherheitsgründen verschalt sein. Für zusätzliche Sicherheit sorgen die sogenannten Radwächter, die neben dem Wagen mitlaufen.
Danz mit Brigitte Danz
Die Selzacher Wagen werden doppelt Freude bereiten und an den Umzügen stehen sie am Samstag, 14. Februar, ab 13.01 Uhr in Selzach und am Sonntag, 15. Februar, ab 14.14 Uhr in Grenchen im Einsatz. Die Selzacher Gemeindepräsidentin Brigitte Danz inspirierte die Aare-Schnägge, auf das Thema «Danz mit mir» zu setzen. Und weil die neuseeländischen Maori bekannt sind für ihre Tänze, werden die Schnägge mit einem vierrädrigen Maori-Haus den Grenchner Fasnachtsumzug bereichern.
Die neue Gemeindepräsidentin ist selber aktive Fasnächtlerin: Brigitte Danz kommt zum Zug, wenn es um die Ausgestaltung geht. Allerdings nicht bei den Aare-Schnägge, sondern bei den Sauzfassnarre. Und die haben das Sujet «Narronauten» gewählt. Mit einem Mond-Mobil wollen sie der Erde entfliehen. Bis zu 15 Vereinsmitglieder waren dazu jeweils an den Samstagen zwischen November und Februar am Wagenbau beteiligt. Der Wagen kostet um die 6000 Franken. Das viele Alu habe man noch von letztem Jahr übrig gehabt. Finanziert wird das nicht durch die Gemeindekasse, sondern mit Food-Ständen und Mitgliederbeiträgen. Hoffen wir auf «gränzelosi» Freude und ideales Wetter am diesjährigen Umzug.