Die Sprint-Premiere ist gelungen
In Grenchen hat erstmals ein Sprint‑OL im städtischen Gebiet stattgefunden. Letzten Sonntag bewegten sich rund 450 Läuferinnen und Läufer mit Karte und Kompass schnell und wendig durch die Stadt, um auf diversen Routen ihr Ziel zu finden.
Stand man am frühen Sonntagmorgen auf dem Grenchner Postplatz, strömten sie aus allen Himmelsrichtungen auf ihren verschlungenen Wegen resolut auf das Ziel zu, um dann eventuell doch noch einen Umweg zu machen, einen Posten zwischen den Häuserblocks zu quittieren oder die Karte ein letztes Mal zu konsultieren. Gut 450 Sportlerinnen und Sportler aller Altersklassen kämpften bei diesem Sprint‑OL um vordere Platzierungen und um die Faszination dieser Kombination zwischen Denksport und Fitness zu geniessen. Im Wettkampf galt es, Kontrollposten in vorgegebener Reihenfolge möglichst schnell zu finden. Gefragt waren dabei eine rasche Auffassungsgabe und die Fähigkeit, sich in meist unbekanntem Gelände zurechtzufinden.
Jacqueline Bill kennt den richtigen Weg
Es waren einige hundert Läuferinnen und Läufer aus der Region, aber auch aus der ganzen Schweiz, die den 52. Biberister OL bestritten, der dieses Jahr offiziell in Grenchen ausgetragen wurde. Der Sprint‑OL fand vor den Schweizer Meisterschaften statt und wurde so zur eigentlichen Hauptprobe für ambitionierte Sportlerinnen und Sportler. Als Co‑Laufleiterin amtete die Grenchner OL‑Läuferin Jacqueline Bill, die seit 1986 mit Karte und Kompass unterwegs ist und heute im Vorstand der OLG Biberist SO mitwirkt. Gestartet wurde in Grenchen an der Breitengasse vor der Fussgänger-Passerelle, das Zielgelände war auf dem Marktplatz errichtet worden. Gemäss OK‑Mitglied Jacqueline Bill erreichten die Besten das Ziel in unter einer Viertelstunde Laufzeit. Zusammen mit ihrem Mann, dem ehemaligem Vize-Stadtpräsidenten Remo Bill, schaute sie schon am Start zum Rechten. Hauptsächlich war Jacqueline Bill jedoch im Wettkampfzentrum beim Schulhaus Eichholz im Einsatz. Dort stand auch das OL‑Beizli, wo sich Sportler und Zuschauer treffen konnten. Das Beizli verkaufte Getränke und Snacks und diente neben den Startgeldern als wichtige Einnahmequelle der Vereine.
Jacqueline Bill ist Lehrerin und laut ihr kennen viele den Orientierungslauf von der Schule her. Da gilt es, mit OL‑Karte, Kompass und dem Badge (elektronischer Stempel) ausgerüstet auf seiner gewählten Bahn den schnellsten Weg von einem Posten zum nächsten zu finden, vorab natürlich im Wald und im freien Gelände. Nach dem Zieleinlauf zeigen die gesammelten Daten, ob man alle vorgegebenen Posten in der richtigen Reihenfolge quittiert hat und wie schnell man unterwegs war. Der Sprint lebt durch das urbane Gelände auch von vielen Richtungswechseln. Da heisst es, schnelle Routen rasch zu erkennen und allfällige Sackgassen zu vermeiden. Kein Problem schien für alle Sportler das doch etwas garstige Wetter zu sein. «Das bisschen Regen stört nicht. Hauptsache nicht zu kalt. Doch während des Sprint‑OLs hat man sowieso keine Zeit, sich um das Wetter Gedanken zu machen», meinte Jacqueline Bill.







