Doppelte Präsenz an der Kapellstrasse
Die Sozialen Dienste Oberer Leberberg (SDOL) sind dieses Jahr umgezogen. Vom Postplatz ging es an die Kapellstrasse 26 in Grenchen. Am Tag der offenen Tür wurde den Vertretern von Partnerorganisatoren die neuen Lokalitäten vorgestellt. Neu teilt man sich mit dem Netzwerk Grenchen einen Empfangsraum.
Zugegeben – der Gang auf das Sozialamt ist für viele Grenchner manchmal etwas unangenehm. Viele schämen sich, Hilfe anzunehmen und dies auch noch öffentlich zu zeigen. «Es stimmt schon, beim Postmarkt waren wir fast etwas ausgestellt», sagt Reto Kämpfer. «Unser Amt war nur über die Wendeltreppe oder per Lift erreichbar und die Kundschaft der Café-Bar gegenüber hat unsere Besucher gesehen.» Wahrscheinlich hat es sie gar nicht sonderlich interessiert, doch diese Zeiten gehören seit April dieses Jahres der Vergangenheit an. Die neuen Räumlichkeiten an der Kapellstrasse beherbergen verschiedene Institutionen und Ämter – nebst dem Sozialamt vorab die Institution Netzwerk Grenchen oder auch die KESB.
Ein vollumfänglicher Service
Die Betreuung bedürftiger oder arbeitssuchender Menschen ist eine Verbundaufgabe von ganz verschiedenen Leistungsträgern. In der Region gehören nebst Grenchen auch Bettlach, Selzach und Lommiswil zur Sozialregion. Die Trägergemeinden teilen sich die Kosten für Personal und Infrastruktur anteilmässig. «Wir arbeiten jetzt total mit über 50 Angestellten», sagt Reto Kämpfer. Der Gesamtleiter des Netzwerks Grenchen und der Sozialen Dienste Oberer Leberberg (SDOL) kann mit seinem Team nun einen vollumfänglichen Service für die Klientinnen und Klienten gewährleisten. «Wir sind zwar personell zeitweise immer noch am Limit, weil auch wir die Teuerung und Not der Menschen verspüren, können neu aber besser und schneller helfen.» Dabei kann sich der Chef, der inzwischen im vierten Jahr an der Spitze der gesamten Institution wirkt, bei den sozialen Fragen auf die schweizerischen Richtlinien der SKOS stützen. «Bei uns geht es jedoch vorab darum, die Kundschaft so rasch wie möglich wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren.» Für diese Aufgaben sei das Netzwerk Grenchen geradezu prädestiniert. «Insgesamt arbeiten wir nun auf über 200 Quadratmetern und verfügen über genügend zweckmässige Büros und Sitzungsräume.» Das Einzige, was Kämpfer vermisst, ist der riesige Empfangsraum vom Postplatz.
Der Mehrwert ist vorhanden
Wie erwähnt, befindet sich das Netzwerk Grenchen neu in unmittelbarer physischer Nähe zu den SDOL, sprich nur einige Türen entfernt. Unter einem Dach sind durch die räumliche Nähe die Kommunikationswege kürzer, wird die Zusammenarbeit gefestigt und werden Synergien genutzt. Dies ergibt durch die doppelte Präsenz am Empfang einen weiteren Mehrwert. Sarah Lauber, Leiterin Empfang SDOL: «Durch die unmittelbare räumliche Nähe mit dem Netzwerk Grenchen und den gemeinsamen Empfang können wir uns bei hoher Auslastung gegenseitig unter die Arme greifen.»



