Ein Mann der ersten Stunde
Der Grenchner Verein Restessbar hat im letzten Jahr so viele Lebensmittel wie noch nie gerettet. Über neun Tonnen sollen es gewesen sein. Als neuer Präsident des noch jungen Vereins hat Jürg Surdez das Zepter übernommen. Er hat die Nationalrätin Farah Rumy abgelöst.
Der Verein Restessbar Grenchen zieht nach einem weiteren intensiven Jahr eine positive Bilanz: Konnten 2024 in 48 Ausgaben rund 6,25 Tonnen einwandfreie, aber überschüssige Lebensmittel vor der Entsorgung gerettet werden, waren es 2025 bereits über neun Tonnen. Ein neuer Höchstwert für den jungen Verein. An der Generalversammlung des Vereins Restessbar Grenchen von Ende Februar blickte Präsidentin Farah Rumy gemeinsam mit den Mitgliedern auf ein Jahr voller Veränderungen, Engagement und mit stetigem Wachstum zurück. Gleichzeitig gab Farah Rumy das Präsidium ab und wurde für ihr grosses Engagement zum Ehrenmitglied ernannt. Neu übernimmt Jürg Surdez das Präsidium. Mit ihm im Vorstand arbeiten zudem Petra Schwaller, Célina Dubler und Angela Kummer.
Neun Tonnen Lebensmittel gerettet
«2025 haben wir mehr als neun Tonnen Lebensmittel gerettet», so der neue Präsident. «Das ist ein starkes Zeichen gegen Foodwaste und ich danke allen, die das möglich machen.» Die Lebensmittel stammen von regionalen Partnerbetrieben wie Aldi, Lidl, Gassler Beck, TopShop/Landi, Gemüsebau Stauffer, Gloor Gemüse, Vogt Obstbau und Fotra, die ihre überschüssigen Produkte zur Verfügung stellen. Wichtig ist Surdez, dass sich der Besuch in der Restessbar sogar zu einem geselligen Anlass entwickelt habe. Das Angebot ist niederschwelliger als etwa beim Projekt «Tischlein deck dich». Es braucht keine Registrierung und keinen Nachweis der Bedürftigkeit. «Jeder und jede kann vorbeikommen.»
Das neue Zuhause
Farah Rumy, Angela Kummer und Xenia Hediger haben 2020 den Verein Restessbar Grenchen gegründet. Jürg Surdez ist ebenso quasi ein Mann der ersten Stunde. «Ich ging etwa bei der dritten Öffnung hin. Erhalten habe ich damals einfach nur ein Brot und war trotzdem schon glücklich. Doch von jenem Zeitpunkt an wollte ich helfen. Nach dem Vorbild der vielen Restessbars, die es in der Schweiz schon gibt, wollen wir von verschiedenen Läden in Grenchen Lebensmittel kurz vor Ladenschluss einsammeln, die sonst in der Mülltonne landen würden.» Dazu fand die Restessbar nach dem Verlust der bisherigen Räumlichkeiten im Foyer des Kino Palace mithilfe ihres Netzwerks schnell ein neues Zuhause an der Robert Luterbacher-Strasse 3, neben dem Eusebiushof. Die neuen Räume bieten mehr Platz, moderne Infrastruktur – und damit ideale Voraussetzungen für die wöchentliche Lebensmittelabgabe, die mittlerweile 60 bis 80 Besucherinnen und Besucher anzieht. Der Umzug wurde von Jürg Surdez und Angela Kummer koordiniert. Die Verlosung zur geregelten Ausgabe der Nahrungsmittel hat sich weiterhin bewährt. «Die Restessbar bleibt ein Ort der gelebten Solidarität und Vielfalt: Menschen verschiedenster Hintergründe begegnen sich bei der Lebensmittelabgabe mit gegenseitigem Respekt», ergänzt Jürg Surdez und weist auf die nächsten Fixpunkte im Jahresprogramm hin: «Freut euch auf einen neuen Treff für Austausch und Begegnung – und natürlich wieder auf ein Foodsave-Bankett. Gemeinsam bleiben wir dran – für weniger Foodwaste und mehr Wertschätzung für Lebensmittel.»
> Zweimal wöchentlich
Rund ein Drittel der Lebensmittel werden in der Schweiz weggeworfen und nicht konsumiert, was jährlich rund zwei Millionen Tonnen Nahrungsmitteln entspricht. All diese Nahrungsmittel wurden mit viel Aufwand produziert. Die Restessbar Grenchen will der Vernichtung geniessbarer Lebensmittel entgegenwirken. Lebensmittelangabe ist jeweils montags um 18.45 Uhr und samstags um 15 Uhr an der Robert Luterbacher-Strasse 3 in Grenchen.



