Eine fast vergessene Geschichte
Das markante Gebäude hinter dem Bahnhof Nord mit der repräsentativen Fassade der Michel AG zierte so manche Grenchner Postkarte. Das Eingangsportal der Michel AG steht noch heute genau so in Grenchen, wie sie vor 100 Jahren gebaut wurde. Am 17. Oktober 2025 ist nun das Buch «Uhrenfabrikant Adolf Michel Grenchen: Die Geschichte der Familien Michel von Bönigen (BE) und Roth von Welschenrohr (SO) 1570–1955» von Urs Roth erschienen. Im Rahmen des Freitag-Talks im Museum fand die Vernissage statt.
Hauptfigur ist der Grenchner Uhrenfabrikant Adolf Michel. Der Autor ist Michels Urenkel Urs Roth. Der 70‑Jährige ist eigentlich Bauingenieur und kümmerte sich beruflich zuletzt bei den SBB um die Finanzierung von Grossprojekten. «Ich bin ursprünglich per Zufall auf dieses Projekt gestossen», erklärt Roth, der zu diesem Thema und den Ergebnissen seiner umfangreichen Forschungen bereits 2019 in einer Gastausstellung im Museum Grenchen auf sich aufmerksam machte. Er habe vor ein paar Jahren für ein Familienfest einen Stammbau erarbeitet. Dabei sei er darauf gestossen, dass seine Vorfahren in Grenchen eine Uhrfabrik führten, die in ihrer Blütezeit bis zu 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatte: die Uhrenfabrik Michel AG. «Dass mein Grossvater und mein Urgrossvater eine grosse Uhrenfabrik hatten, wusste ich nicht. Mein Vater hat davon nie etwas erzählt.» Inzwischen beschäftigt sich der Urenkel des Uhrenpatrons Adolf Michel (1865–1920) seit über 15 Jahren mit der Geschichte seiner illustren Vorfahren. In seinem Buch erzählt er nun seinen Lesern Geschichten, die bisher niemand kannte. Über 300 Seiten mit Dutzenden von historischen Aufnahmen sind entstanden. Im Eigenverlag fabrizierte Urs Roth 80 Exemplare, die nach der interessanten Vernissage rasch ausverkauft sein sollten.









