Eine Mischung von Schweizer Schlagern und Solothurner Volkstänzen
Start hin: Mit einer Hommage an den unvergessenen Liedermacher Mani Matter begeisterte er Publikum und Mitwirkende gleichermassen. Musikalisch war die Produktion ein eigentlicher Leckerbissen – nicht zuletzt für den musikalischen Leiter Ruwen Kronenberg. Auch in der diesjährigen Produktion steht er wieder in derselben Funktion im Einsatz. Diesmal bringt das Ensemble eine eigene Bühnenfassung des TV-Films «Die Herbstzeitlosen» auf die Freilichtbühne. Zwar spielt die Musik erneut eine wichtige Rolle, doch stilistisch bewegt sich die Inszenierung in eine ganz andere Richtung.
Ruwen Kronenberg schmunzelt. «Die Aufgabenstellung ist spannend. ‹Der Altweibersommer› – so der Titel des mit viel Lokalkolorit adaptierten TV-Spielfilms – verlangte nach einem neuen musikalischen Ansatz. Solothurner Volkstänze schienen mir zunächst eine mögliche Lösung zu sein.»
Laupersdörfer Originaltänze als erster Ansatz
Der musikalische Leiter vertiefte sich zuerst in die Laupersdörfer Originaltänze. Im Gegensatz zu den Liedern von Mani Matter fehlte ihm dort jedoch der unmittelbare Wiedererkennungswert. Ganz verwarf er die Idee dennoch nicht. Stattdessen entwickelte er daraus ein neues Konzept: Schweizer Schlager und Volkslieder aus dem 19. und 20. Jahrhundert, ergänzt durch bekannte Volkstänze, bilden nun das musikalische Fundament des Stücks. «Beim Altweibersommer sind wir stärker instrumental unterwegs», erklärt Kronenberg. Der Schwerpunkt liege diesmal klar auf dem Schauspiel; die Musik fungiere vor allem als atmosphärische Auftritts- und Übergangsmusik.
Ein musikalisches Trio
Auch optisch wird das Ensemble präsenter sein als noch vor zwei Jahren. Auf der Bühne stehen Ruwen Kronenberg als Violinist, Stefanie Scheuner am Piano sowie Oleksandr Sternat an der Klarinette. Möglich macht dies vor allem das neue Bühnenbild, das den Musikerinnen und Musikern mehr Sichtbarkeit einräumt. Einen Konzertflügel hätte sich Kronenberg zwar durchaus gewünscht, doch auf einer offenen Bühne mit begrenztem Wetterschutz wäre ein Piano kaum praktikabel. Das zeigte sich schon vor zwei Jahren. Ein E-Piano sei nicht nur leichter zu transportieren, sondern auch für die Tonverstärkung deutlich einfacher zu handhaben.
Das Publikum singt teils mit
Da es sich um ein professionelles Ensemble handelt, hält sich der Probenaufwand in einem vertretbaren Rahmen. Mit einzelnen Schauspielerinnen und Schauspielern fanden bereits früh Proben statt, denn einige kurze Gesangseinlagen gehören ebenfalls zum Stück – teilweise mit chorischer Beteiligung des Publikums. Seit Anfang Mai laufen nun die regelmässigen Gesamtproben des Musikensembles, die direkt auf den Premierenabend hinführen.
Die drei Musizierenden im Porträt
Ruwen Kronenberg
Ruwen Kronenberg wuchs in Grenchen auf und absolvierte das Lehrerseminar in Solothurn, bevor er sich ganz seiner eigentlichen Leidenschaft, der Musik, widmete. Er studierte Violine bei Claudia Dora in Basel und schloss 2003 mit dem Lehrdiplom ab.
Als Musiklehrer an der Musikschule Grenchen vermittelt er seinen Schülerinnen und Schülern die vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten und Feinheiten seines Instruments. Neben seiner pädagogischen Tätigkeit engagiert er sich in unterschiedlichen musikalischen Formationen. Sein stilistisches Spektrum reicht von klassischer Musik über Volksmusik und Jazz bis hin zur Unterhaltungsmusik.
Während vier Saisons leitete Ruwen Kronenberg die Zirkusband des Kinder- und Jugendzirkus Pitypalatty. Zudem ist er Leiter des Streicherensembles der Musikschule Grenchen. Als Dirigent, unter anderem des Regionalen Jugend-Sinfonieorchesters Solothurn Grenchen (RJSO), prägt er das kulturelle Leben der Region entscheidend mit.
Stefanie Scheuner
Stefanie Scheuner studierte Orgel an der Haute École de Musique in Genf bei Vincent Thévenaz. 2023 schloss sie den Master Performance Orgel erfolgreich ab und wurde mit dem «Prix d’Orgue Pierre Segond» der Stadt Genf ausgezeichnet. Zuvor absolvierte sie an der Hochschule der Künste Bern den Master of Arts in Musik und Bewegung mit Schwerpunkt Klavierimprovisation.
Seit 2022 wirkt sie als Hauptorganistin der reformierten Kirchgemeinde Grenchen-Bettlach. Dort leitet sie den «MarkusCHOR Bettlach» und verantwortet die Konzertreihe «Abendmusiken» sowie die von ihr initiierte Orgelreihe «Musikalisches Amuse-Bouche». Darüber hinaus ist sie als Organistin und Musikkoordinatorin in Lyss-Seeland tätig und engagiert sich seit 2008 in der reformierten Kirchgemeinde Diessbach bei Büren.
Ihr Repertoire umfasst ein breites stilistisches Spektrum – von Alter Musik über zeitgenössische Werke bis hin zur freien Improvisation. Stefanie Scheuner konzertiert sowohl solistisch als auch in verschiedensten kammermusikalischen Besetzungen. Gemeinsam mit ihrem Mann Oleksandr Sternat lebt sie in Grenchen.
Oleksandr Sternat
Oleksandr Sternat ist ein in der Schweiz tätiger Klarinettist ukrainischer Herkunft. Er stammt aus Charkiw, wo er seine erste musikalische Ausbildung bei Valery Altuchow erhielt und seine Laufbahn als Klarinettist begann. Bereits früh war er als Bassklarinettist am Philharmonischen Orchester in Charkiw engagiert.
Sein Studium setzte er am Conservatorio della Svizzera Italiana in Lugano bei François Benda fort. Dort erwarb er mehrere Abschlüsse im Bereich Musikperformance, darunter das Solistendiplom «Master of Arts in Specialized Music Performance», das er mit Auszeichnung abschloss.
Als Solist und Ensemblemusiker ist Oleksandr Sternat in unterschiedlichsten Konzertformaten aktiv. Regelmässig tritt er in den Kantonen Bern und Solothurn auf, insbesondere mit Konzert- und Kirchenprogrammen in Duo-Besetzungen mit Orgel oder Klavier. Darüber hinaus arbeitet er als freischaffender Musiker in der Schweiz und wirkt in kammermusikalischen sowie szenischen Projekten mit.
> Die Aufführungen
Juni 2026: 11. (Premiere), 12., 13., 14., 19., 20., 24.
Juli 2026: 1., 2., 9., 10., 12. (Derniere).
Ersatzdaten bei Absagen: 17. und 21. Juni, 11. Juli 2026.
Tickets können auf der Website gebucht werden: www.freilichtspiel-grenchen.ch





