Eric von Schulthess zeigt sein künstlerisches fotografisches Spektrum

Fotografieren kann jeder. Doch besondere Momente mit der Kamera einzufangen und daraus eindrückliche Bilder zu schaffen, ist eine Kunst für sich. Der Grenchner Eric von Schulthess hat diese Leidenschaft vor sechs Jahren zum Beruf gemacht. Seither ist er mit seiner Kamera unterwegs – am Jurasüdfuss, in den Alpen und immer wieder in der faszinierenden Weite der Mongolei. Seit 2023 betreibt er eine eigene Fotogalerie. Am 7. November 2026 gewährt er einen Einblick in sein bisheriges fotografisches Schaffen – eine spannende Bilderreise durch unterschiedliche Landschaften, Kulturen, aber auch Aktfotografie.

Auf dieses Bild – eingefangen in der wilden und weiten Natur der Mongolei – ist Eric von Schulthess besonders stolz. Bild: Joseph Weibel
Auf dieses Bild – eingefangen in der wilden und weiten Natur der Mongolei – ist Eric von Schulthess besonders stolz. Bild: Joseph Weibel

Anfang Jahr hat Eric von Schulthess seine Fotogalerie wieder eröffnet. Zuvor musste eine grosse Frontscheibe ersetzt werden – eine Angelegenheit, die sich über längere Zeit hinzog. Nun findet der Fotograf, es sei höchste Zeit, wieder einen grösseren Anlass auf die Beine zu stellen.
Die aktuelle Ausstellung zeigt Landschaften, «Von Schulthess»-Porträts und kunstvolle, skulpturale Fotografien – eine Kunstform an der Schnittstelle zwischen zweidimensionaler Fotografie und dreidimensionaler Bildhauerei. Eric von Schulthess schaut sein Gegenüber an, als wollte er fragen: «Versteht der mich überhaupt?» Doch grosse Erklärungen braucht es nicht.

Ein Blick sagt alles

Ein Blick auf die vier Wände und die Tische im vorderen Ausstellungsbereich genügt. Hier hängen und stehen sie, seine wunderschönen, ausdrucksstarken Werke: faszinierende Landschaften, markante Gesichter, farbige und schwarz-weisse Aktaufnahmen. Nichts wirkt obszön. Vielmehr sind es ästhetische Körperformen, kunstvoll ins Licht gerückt und in ihrer Schönheit festgehalten. Formen, wie man sie mit dem Zeichenstift kaum eindrucksvoller darstellen könnte.
Das gilt auch für die Skulpturen, die in drei Schritten entstehen: Am Anfang steht die Fotografie. Anschliessend nimmt das Motiv mithilfe eines 3D-Druckers plastische Gestalt an. Den letzten Schliff verleiht ihm ein Künstler mit der Airbrush-Technik. So wird aus einem fotografischen Augenblick ein dreidimensionales Kunstwerk.

Spezielle Beleuchtungstechnik für Aktfotografie

Damit bei den Galeriegästen, die am Samstag, 7. November 2026, auch unangemeldet vorbeischauen können, keine Fragen offenbleiben, führt der Grenchner Fotograf und Journalist Oliver Menge mit Eric von Schulthess ein Künstlergespräch – von Fotograf zu Fotograf, sozusagen.
Dabei dürfte einiges zur Sprache kommen. Etwa die spezielle Beleuchtungstechnik, die von Schulthess bei der Aktfotografie einsetzt. Oder die Frage, was ihn antreibt, stundenlang auf den perfekten Fotomoment zu warten – sei es auf 3000 Metern Höhe auf dem Gornergrat oder in den schier endlosen Weiten der Mongolei. Er wird auch verraten, was er unter Fine-Art-Fotografie versteht und wie er diese Kunstform in seine Arbeit einfliessen lässt.
Und vielleicht erzählt er auch von seinen bisherigen Auszeichnungen. Die jüngste erhielt er für eine Aktaufnahme. Bei diesem Wettbewerb wählt jedes Jurymitglied das aus seiner Sicht beste Bild aus. Eines dieser Bilder stammte von Eric von Schulthess.

Eine bewegende Erinnerung an seinen Lehrmeister

Nachdenklich wird Eric von Schulthess, als er auf seinen Lehrmeister Martin Zurmühle zu sprechen kommt. «Er war der beste Aktfotograf der Schweiz, und ich war sein letzter Student.» Besonders tief eingeprägt hat sich ihm das letzte Telefongespräch mit seinem Mentor. «Ich hatte ihm Bilder zur Beurteilung geschickt.» Zurmühle habe ihm ein positives Feedback gegeben. Dann hält von Schulthess kurz inne, bevor er weitererzählt: «Er sagte zu mir: Ich möchte mich von dir verabschieden.»
Martin Zurmühle litt an einer unheilbaren Krebserkrankung. Es sollte ihr letztes Gespräch bleiben.

Noch ein grosses Projekt vor Augen

Ein ehrgeiziges Vorhaben hat Eric von Schulthess in diesem Jahr noch auf seiner Agenda: Er will seine Masterarbeit in Aktfotografie einreichen, die vom Institute for Photographer International (MPI) bewertet wird. Eine mit ihm befreundete Kuratorin wird seine Arbeiten zuvor begutachten und die besten Bilder für die Einreichung auswählen. Bereits vor zwei Jahren absolvierte er einen Master in Fine-Art-Fotografie mit Landschaftsaufnahmen.
Und danach? «Dann», sagt er zum Schluss, «will ich meine Wettbewerbslust ein bisschen verebben lassen.»

Wer’s glaubt!

Die Ausstellung «Landschaft – ‹Von Schulthess›-Porträt – Kunstvolle skulpturale Aktfotografie» wird am Samstag, 7. November 2026, in der Galerie von Schulthess an der Centralstrasse 4 in Grenchen eröffnet.
Ab 11 Uhr gibt es Kaffee und Gipfeli – und dazu spannende Einblicke in das Schaffen des Fotografen. Im Künstlergespräch wird der Grenchner Fotograf und Journalist Oliver Menge seinem Berufskollegen auf den Zahn fühlen.
Der Anlass ist öffentlich, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Alle Interessierten sind herzlich willkommen.