Fussballcup-Erinnerungen werden wach

Zürich und Grenchen – diese Cupgeschichte hat Tradition. Vor 15 Jahren gastierte mit dem FC Zürich letztmals ein ganz grosser Name im «Brühl». Jetzt ist es wieder so weit: Am 17. Oktober empfängt der FC Grenchen 15 im Schweizer Cup das Super-League-Team Grasshopper Club Zürich – und kämpft vor eigenem Publikum um den Einzug in die nächste Runde. «Tout Granges» und die ganze Region dürfen sich auf einen Fussballabend freuen, der Erinnerungen weckt und für reichlich Cupfieber sorgen dürfte.

OK-Präsident Markus Mehr steht bei einer der Eingangstüren im Stadion Brühl und hofft auf einige tausend Zuschauende am Cupspiel gegen die Grasshoppers Zürich. Bild: Joseph Weibel
OK-Präsident Markus Mehr steht bei einer der Eingangstüren im Stadion Brühl und hofft auf einige tausend Zuschauende am Cupspiel gegen die Grasshoppers Zürich. Bild: Joseph Weibel

Markus Mehr, Vizepräsident des FC Grenchen15 und OK-Präsident für das Cupspiel vom 17. Oktober, dürfte bei weitem nicht der Einzige sein, der sich an das letzte «grosse» Cupspiel auf dem «Brühl» nicht mehr erinnert. Er weiss aber, dass bis zum Spiel gegen die Grasshoppers noch einiges an Vorarbeit nötig ist.

«Nach der ersten Freude über die Auslosung haben wir uns gleich an die Arbeit gemacht», sagt Markus Mehr. Zunächst ging es um das Datum der Austragung. Der Verband erwartete einen Terminvorschlag, der für beide Teams passte. «Wir haben den Grasshoppers den 17. Oktober, 17 Uhr, vorgeschlagen und sind auf offene Ohren gestossen.» Danach ging es ans Eingemachte. Viel Erfahrung mit «grossen» Cupspielen hat der FCG in jüngerer Zeit nicht. «Wir konnten aber von den Erfahrungen der letztjährigen Austragung des Solothurner Cups profitieren», sagt Mehr.

Spiel gegen Rekordmeister und Rekordcupsieger

Für das Spiel gegen die Grasshoppers Zürich hat der Klub ein OK auf die Beine gestellt. Es sind vor allem Vorstandsmitglieder, die den Fussballabend vorbereiten – mit Vizepräsident Markus Mehr an der Spitze. Der Gastro-Profi hat für das Food-Konzept beste Karten in der Hand und die Firma Fotra AG mit Peter Traub als Arbeitgeberin, die schon zu Uhrencup-Zeiten das Zepter führte, im Rücken. «Wir werden an mehreren Stellen im Stadion Verkaufsstände einsetzen.» Dabei gehe es auch darum, ein Angebot zusammenzustellen, das ein rasches Handling ermöglicht. Anders gesagt: Die Wartezeiten sollen möglichst kurz sein.

Im Gegensatz zum Meisterschaftsalltag in der 2. Liga interregional dürfte dieses Spiel viele Fussballfans aus der näheren und der weiteren Region anlocken. Die Grasshoppers haben bisher 27-mal die Schweizer Meisterschaft und 19-mal den Cup gewonnen und sind damit Rekordmeister und Rekordcupsieger. Mit wie vielen Zuschauern rechnet Markus Mehr? «Ich bin kein Prognostiker, aber es ist nicht vermessen, an 3000 bis 5000 Zuschauer zu denken.» Letzten Sommer kamen bereits 3000 Zuschauer für ein Trainingsspiel zwischen dem SC Kriens und den Young Boys aufs «Brühl».

Spürbare Solidarität in der Stadt

Grenchen ist eine Fussballstadt – nach wie vor, auch wenn derzeit auf kleinerer Flamme gekocht wird. «Wir arbeiten schon länger am Image des Klubs und wollen uns auch ausserhalb des ‹Brühls› in der Stadt präsent zeigen, wenn es ums Mithelfen an Events geht.» Begeistert erzählt Mehr, wie er und seine Kollegen im Hinblick auf das Cupspiel derzeit auf offene Ohren stossen. «Wir hatten einen sehr guten Austausch mit Thomas Maritz vom Polizeiinspektorat. Auch das Velodrome hat uns seine Mithilfe zugesichert.» Er spüre viel Solidarität, so wie man sie kürzlich nach dem Unwetter auf dem Markt und am Grenchner Fest erlebt habe. «Es ist ein Miteinander und kein Gegeneinander.» Er hofft, dass dieses Feuer auch auf die Fussballfans übergeht.

Es gibt viel zu tun. Welche Auflagen müssen erfüllt werden? Wie sieht es insbesondere mit der Sicherheit aus, und wie viele zusätzliche sanitäre Anlagen braucht es? Der FC Grenchen15 hat es dabei einfacher als viele andere Amateurvereine in einer vergleichbaren Situation. Die tolle und intakte Infrastruktur des Stadions erspart zahlreiche zusätzliche Kosten – etwa für mobile Tribünen oder Absperrungen. «Da sind wir in einer sehr komfortablen Situation», sagt Markus Mehr.

Die Eintrittspreise sind mehr als moderat: Der Stehplatz kostet 15 Franken, ein Tribünenplatz 20 Franken. Seit drei Wochen läuft der Ticketvorverkauf, der sehr gut gestartet sei, so Mehr. Er rechnet damit, dass der Verkauf zwei, drei Wochen vor dem Spiel noch einmal deutlich anziehen wird.

Matchballspender für 200 Franken erhalten zwei Tribünenplätze und werden zu einem Apéro eingeladen. Ein VIP-Hospitality-Ticket kostet 150 Franken pro Person. Darin enthalten sind neben dem Tribünenticket Gratisverpflegung und -getränke von 15.30 Uhr bis zum Spielschluss. «Wenn Firmen damit einen Kunden- oder Mitarbeiterevent verbinden möchten, sind wir offen für spezielle Packages», versichert Mehr.

Wer es nicht (mehr) weiss: Das Stadion «Brühl» fasst rund 10'000 Zuschauer.

Es wird so oder so ein Fest

Noch einmal ein Blick zurück: Der damalige Erstligist FC Grenchen verlor das Cupspiel 2011 gegen den FC Zürich mit 0:5. An der Seitenlinie des FC Zürich stand damals ein gewisser Urs Fischer. Erstligist Grenchen wurde von Hans-Peter Kilchenmann trainiert. Und wohl niemand vergessen hat den Cupsieg von 1959 gegen Servette Genf.

Dass die Grenchner diesen Erfolg in dieser Saison wiederholen, wäre wohl vermessen zu glauben. Ein Weiterkommen gegen die Grasshoppers ist allerdings auch nicht gänzlich ausgeschlossen. Ein Fest wird es so oder so auf dem «Brühl».