«Handwerk hat goldenen Boden»: Die Serie im «Grenchner Stadt-Anzeiger» (1)

Man sagt: Handwerk hat goldenen Boden. Doch wie glänzend ist dieser Boden heute noch? Während künstliche Intelligenz ganze Branchen verändert und der Nachwuchs knapper wird, stehen viele Betriebe vor neuen Herausforderungen. Was bedeutet das für Qualität, Zuverlässigkeit und echte Handarbeit? Fest steht: In unserer Region gibt es sie noch – Handwerksbetriebe, die mit Können, Erfahrung und Leidenschaft überzeugen. Wir stellen einige davon vor. Heute im Fokus: die Walter Lanz AG, Gipser- und Malergeschäft in Lengnau, Grenchen und Bettlach.

Christian Lanz (vorne) übernimmt die Geschäftsführung des Betriebs Walter Lanz AG am 1. Juni 2026. Hinten (links): Urs und Markus Lanz, dritte Generation und aktuelle Geschäftsführer. Bild: Joseph Weibel
Christian Lanz (vorne) übernimmt die Geschäftsführung des Betriebs Walter Lanz AG am 1. Juni 2026. Hinten (links): Urs und Markus Lanz, dritte Generation und aktuelle Geschäftsführer. Bild: Joseph Weibel

Ein Betrieb, der seit 65 Jahren besteht, regelmässig Lehrlinge ausbildet und zehn Mitarbeitenden eine Beschäftigung bietet, hat offensichtlich alles richtig gemacht. Walter Lanz gründete die Firma zusammen mit seinem Bruder 1960 als Gipserei Gebrüder Lanz. 1985 wurde daraus die Firma Walter Lanz AG und nahm seine beiden Söhne Urs und Markus schon früh mit ins Boot. Heute, 40 Jahre später, geht die Walter Lanz AG mit Betrieben in Lengnau, Grenchen und Bettlach in die vierte Generation über. Christian Lanz wird die Firma am 1. Juni offiziell übernehmen. Diesem Schritt vorausgegangen ist ein minutiöser und professionell begleiteter Nachfolgeprozess.

Was sind die nächsten Herausforderungen?

Gleichsam reibungslos funktioniert das in einem Familienbetrieb nicht immer. Die Exponenten des Gipser- und Malerbetriebs mit Hauptsitz in Lengnau müssen sich jedoch auch in Zeiten von KI sowie Fachkräfte- und Nachwuchsmangel keine grossen Sorgen machen. Erfahrung, Können und Leidenschaft zeichnen den Betrieb aus.

Christian Lanz freut sich auf die Herausforderung und weiss, was auf ihn zukommt. Er ist seit 26 Jahren – inklusive Lehrzeit – im Unternehmen. Und was kommt als Nächstes? «Mit dem Steuerjahr 2028 ist der Eigenmietwert abgeschafft. Renovationen und Sanierungen sollten deshalb in diesem oder im nächsten Jahr erfolgen – dann sind sie noch abzugsfähig.» Ziel sei es, die Lebensdauer eines Hauses zu verlängern und dessen Wert zu erhalten oder zu steigern. «Wir bieten dazu auch Analysen an, die zeigen, was nötig ist und was nicht.»

Gleiche Spielregeln für alle

Man spürt: Christian Lanz kennt die kommenden Aufgaben. Vater Urs und Onkel Markus, die das Geschäft derzeit noch gemeinsam führen, schmunzeln: «Es erwartet ihn viel Arbeit.» Markus Lanz bleibt weiterhin im Betrieb tätig. Urs Lanz geht Ende Februar offiziell in Pension, unterstützt seinen Sohn jedoch weiterhin in Teilzeit.

Was macht das Handwerk wertvoll – und zugleich kompliziert? Subunternehmen untergraben laut Urs Lanz oft das Preisgefüge und stehen nicht immer für Qualität. «Wir sind an eine 40-Stunden-Woche gebunden. Überzeit muss gesetzlich vergütet oder ausgeglichen werden, das hat seinen Preis.» Der aktuell allgemeinverbindliche Gesamtarbeitsvertrag (GAV) für das Maler- und Gipsergewerbe in der Schweiz regelt Mindestlöhne, Arbeitszeiten und Arbeitsbedingungen für alle Betriebe. Er schützt vor Lohndumping, beinhaltet strengere Kontrollen und gilt für alle Arbeitgeber, auch Nicht-Verbandsmitglieder.

Gemeinsam Stärke entwickeln

Handwerksbetriebe in der Region kämpfen mit ähnlichen Problemen. «Darum bilden wir Allianzen mit Mitbewerbern, um effizient und stark zu bleiben.» Die Walter Lanz AG ist vor allem als Gipserunternehmen gewachsen und in diesem Bereich führend. Die Kundschaft besteht hauptsächlich aus privaten Hausbesitzern, der Betrieb wird aber auch für Sanierungen von Mehrfamilienhäusern beigezogen. «Wir staunen immer wieder, dass Fassaden, die schon nach kurzer Zeit starke Verschmutzungen zeigen, nicht besser gepflegt werden.» Mit einer regelmässigen Reinigung könne Schäden vorgebeugt werden. Die Profis aus Lengnau sagen es richtig. «Das wäre gelebte Nachhaltigkeit.»

«Qualität hat ihren Preis. Aber sie zahlt sich spätestens nach ein paar Jahren aus», bringt es Christian Lanz auf den Punkt.

Walter Lanz AG, Filialen in Lengnau, Grenchen und Bettlach. Telefon 032 652 89 92. Fachgeschäft für sämtliche Gipser- und Malerarbeiten in Neu- und Altbauten mit Fachgebieten wie Stuckaturen, spezielle Spachtel- und Lasurtechniken, Materialisierung mit funktionalen Baustoffen. www.wlanzag.ch (Website im Umbau: ab Mitte Februar 2026 wieder online).

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