Holz als wertvoller Wärmelieferant

Der Absatz von Holzschnitzeln aus dem Grenchner Wald nimmt kontinuierlich zu. Vor gut zehn Jahren wurde eine neue Energie­zentrale mit einer Holzschnitzelheizung gebaut. Das Heizen mit Holz ist eine gute Alternative bei den erneuerbaren Heizsystemen, ob nun mit einer Holzschnitzelfeuerung oder mit einer Pelletheizung.

In der Holzerhütte ist stets ein gewisses Quantum an Holzschnitzeln gelagert.Bild: zvg
In der Holzerhütte ist stets ein gewisses Quantum an Holzschnitzeln gelagert.Bild: zvg

Rund um die Holzerhütte ist momentan ein riesiges Holzlager zu sehen. Die Wand aus Baumstämmen ist Brennholz für Holzschnitzel. Der Holzstoss umfasst laut Revierförster Patrik Mosimann ein Volumen von rund 250 Kubikmeter Holz. Daraus entstehen Holzschnitzel zum Heizen mit einem Volumen von gut 700 Kubikmetern. Das sortierte Rundholz veranschaulicht die Dimension, welche Holzmenge zur Wärmeproduktion in der Region Grenchen jährlich benötigt wird – rund 8000 Kubikmeter Schnitzel. Zusätzlich gehen noch 2000 Kubikmeter an den Wärmeverbund Bellach. Der Forstbetrieb beliefert aktuell das BBZ, Tissot Velodrome, Schwimmbad, Gewerbeliegenschaft und Stadion Brühl. Zudem werden die Schulhäuser im Zentrum und das Parktheater bedient. Eine kleinere Holzschnitzelheizung steht bei der ARA Regio Grenchen. Profitieren kann auch das Zwinglihaus, das Bürgerhaus, der Forstwerkhof und der Berggasthof Untergrenchenberg. Ein separater Wärmeverbund besteht mit der AEK/BKW Bellach.

Die grosse Energiezentrale

In Grenchen existiert eine Energiezentrale für den Wärmeverbund «Zentrum». Seit einiger Zeit werden die ­Doppelturn- und Schwimmhalle, die Schulhäuser I bis IV, die Liegenschaften des KIGA sowie das Kulturhistorische Museum mit Wärme aus der Zentrale beliefert. Auch das Parktheater ist dem Verbund beigetreten. Aktuell kann die Stadt schon fast die Hälfte ihrer Liegenschaften mit der umweltfreundlichen Heizung mit Wärme versorgen. Insgesamt werden weit über eine halbe Million Liter Heizöl eingespart. Im Erdgeschoss der Energiezentrale befinden sich das Silo sowie ein Holzkessel mit Vorschub-Rost. Im Obergeschoss ist ein Öl-/Gaskessel für kurzzeitige Spitzenleistungen installiert. Ein weiterer Holzkessel im Untergeschoss mit einer Leistung von 900 Kilowatt wurde hinzugefügt. Beide Kessel verfügen über Filteranlagen in Form eines Zyklons sowie eines Elektrofilters. Die beiden Wärmespeicher sind so gross, dass sie gleich beide Stockwerke ausfüllen. Der Betonbau besitzt schulhausseits eine Glasfront, die den Einblick in Technik ermöglichen.

Vor- und Nachteile

Hackschnitzelheizungen sind sehr effizient und umweltschonend. Ein Vorteil der Schnitzelheizungen ist, dass der Brennstoff für einen niedrigen Preis zu haben ist. Eine solche Heizung kann auch eine günstigere Option sein, als ein Eigenheim aufwendig zu dämmen. Ein Nachteil ist, dass Hackschnitzelheizungen recht teuer sind und sich die Investition nur unter bestimmten Voraussetzungen hinsichtlich des Wärmebedarfs der zu heizenden Immobilie lohnt. Ausserdem benötigt man für die Lagerung des bei Anlieferung noch zu feuchten Holzes genügend Platz. Und trotzdem: Diese Art, Wärme zu erzeugen, ist für Städte und Agglomerationen eine gute Alternative.