Von den «Herbstzeitlosen» zum «Altweiberfrühling»
Der Sommerabend senkt sich über den Stadtpark des Grenchner Parktheaters. Zwischen Bäumen und Himmel öffnet sich die Bühne – nach 2024 kommt es zu einem neuerlichen Freilichtspiel – auch in Fortsetzung einer schönen Geschichte. Auf dem Spielplan zwischen dem 11. Juni und 12. Juli 2026 steht das Stück «Altweiberfrühling», in Anlehnung an den erfolgreichen Kinofilm «Die Herbstzeitlosen».

Hubert Bläsi hebt – fast gedankenverloren – ein kleines Giesskännchen und gibt dem Blumentopf mit «Frühlingsblumen» Wasser. Wären es Herbstzeitlosen, würden sie im Spätsommer bis Herbst blühen. Besondere Beachtung erhielt die Pflanze 2006 durch das Filmdrama «Die Herbstzeitlosen». Der Film wurde zum Symbol für ältere Menschen, die aus ihrem tristen Alltag ausbrechen, eine zweite Chance ergreifen und den Mut haben, sie zu nutzen.
Der Film von Sabine Pochhammer und Bettina Oberli war ein Kassenschlager und wird bis heute im Fernsehen regelmässig erfolgreich wiederholt. Die Inspiration aus «Die Herbstzeitlosen» soll nun auf das neue Freilichtspiel Grenchen übertragen werden: Gespielt wird «Altweiberfrühling» von Stefan Vögel in einer Grenchner Fassung von Hansjörg Betschart. Als Regisseur konnte Jens Wachholz gewonnen werden.
Keine Collage mehr, sondern eine Geschichte
Wir erinnern uns an die Premiere im Stadtpark vor zwei Jahren mit dem musikalischen Szenenreigen – einer liebevollen Hommage an Mani Matter mit «I han es Zündhölzli azündt». Ausverkaufte Vorstellungen zeigten, dass die Organisatoren ein gutes Händchen hatten.
Wird es diesmal anders? OK-Präsident Hubert Bläsi formuliert es knapp: «Die Küche ist die gleiche, nur das Menü wechselt.» Das gilt nicht nur für die Gastronomie im Parktheater, sondern auch für die Bühne unter freiem Himmel mit gedeckter Zuschauertribüne. «Und das neue Menü ist keine Collage mehr, sondern eine Geschichte», ergänzt Bläsi. Teilweise neu sind auch einige Akteure auf der Bühne und in der musikalischen Begleitung.
Voller Witz und Lebenslust
Wenn diese Mischung aus Schauspiel und Musik erneut so stimmig gelingt, darf sich das Publikum auf einiges freuen. «Das Publikum kann sich auf ein tolles Theaterereignis voller Witz, Lebenslust und inspirierender Momente freuen – ganz im Sinne unseres Ziels, mit gehaltvoller Unterhaltung zu begeistern.» So steht es im Begleittext zum diesjährigen Stück auf der Website.
Bewährte und neue Akteure auf der Bühne
Eine solche Produktion steht und fällt mit ihren Darstellenden. Die Organisatoren setzen nach 2024 erneut auf bewährte Kräfte: Jacqueline Fahrni, Viviana Cali, Sandra Sieber und Roland Favre standen bereits vor zwei Jahren auf der Bühne. Ergänzt wird das Ensemble durch Hauptdarstellerin Pia Schild, Marianne Hiltbrunner, Claudia Cali und André Weber.
Für die musikalische Gestaltung ist wiederum Ruwen Kronenberg verantwortlich. Er spielt Violine, Stefanie Scheuner Piano und Oleksandr Sternat Klarinette. Zu hören sind populäre Melodien aus den 1990er-Jahren.
Das Bühnenbild stammt erstmalig von Yves Haudenschild und wird von der Schreinerei Hehlen gebaut. Die Eigenart der Herbstzeitlosen – zwei farblich unterschiedliche Lebensphasen – spiegelt sich auch im Bühnenbild wider. Das Lichtkonzept sorgt zusätzlich für besondere Stimmungen. Auf der Website wird dies angedeutet: Die Farben verändern sich je nach Tagesverlauf.
Dessous spielen auch eine Rolle
Die Vorfreude bei den Verantwortlichen und im Ensemble ist gross. Auch finanziell sieht es zuversichtlich aus: Für die Produktion im sechsstelligen Budgetrahmen rechnen die Organisatoren damit, die überdachte Tribüne mit 195 Plätzen an den geplanten Vorstellungen weitgehend zu füllen. Mit der Regiobank konnte zudem ein neuer Hauptsponsor gewonnen werden. Besonders wichtig sei aber das grosse ehrenamtliche Engagement der Beteiligten – heute längst keine Selbstverständlichkeit mehr.
Und noch eine kleine Frage: Im Film «Die Herbstzeitlosen» spielen Dessous eine wichtige Rolle. Wie ist das im «Altweiberfrühling»? Hubert Bläsi lächelt: Dessous seien in gewisser Weise ebenfalls ein Thema – aber nicht nur. Wir sind gespannt!
> Die Aufführungen
> Die Organisation
Juni 2026: 11. (Premiere), 12., 13., 14., 19., 20., 24.
Juli 2026: 1., 2., 9., 10., 12. (Derniere)
Ersatzdaten bei Absagen: 17. und 21. Juni, 11. Juli 2026
Tickets können auf der Website gebucht werden:
www.freilichtspiel-grenchen.ch
Hubert Bläsi (Präsident Verein) Konrad Schleiss (Finanzen) Stephan Buser (technische Leitung) Sandra Sieber (künstlerische Leitung) Lara Näf (PR/Werbung) Angel Rodriguez (Website, Ticketing, Social Media)