Zwischen Schulalltag, Rezepten und Bücherschreiben

Davide Lo Giudice ist 13 Jahre alt und besucht die 7. Klasse der Sek P. Er ist in Grenchen aufgewachsen und führt einen Alltag, der auf den ersten Blick ganz normal wirkt. Früh aufstehen, zur Schule gehen, Hausaufgaben erledigen und lernen gehört für ihn genauso dazu wie Zeit mit Freunden verbringen oder das Klavierspielen. In seiner Freizeit spielt er gerne Tennis, fährt Gokart und fotografiert auch gerne. Und doch gibt es etwas, was ihn von vielen Gleichaltrigen unterscheidet: Davide schreibt eigene Bücher.

Jungautor Davide Lo Giudice präsentiert stolz seine beiden Werke «Nonna Lucia» und «Mein Rezeptbuch». Die Bücher sind im Restaurant Amici in Grenchen erhältlich. Bild: Lisa Bertelle
Jungautor Davide Lo Giudice präsentiert stolz seine beiden Werke «Nonna Lucia» und «Mein Rezeptbuch». Die Bücher sind im Restaurant Amici in Grenchen erhältlich. Bild: Lisa Bertelle

Alles begann in der 6. Klasse. In einer Forschergruppe entstand die Idee, ein eigenes Kochbuch zu schreiben. Was als Schulprojekt gedacht war, entwickelte sich schnell zu etwas Grösserem. Davide sammelte Rezepte, probierte eigene Kreationen aus und stellte am Ende ein Buch zusammen, das gedruckt wurde. Rund 60 Rezepte umfasst sein erstes Werk, das stark von der italienischen Küche zu Hause inspiriert ist und auch Rezepte von Migusto enthält.

Freude am Schreiben

Die Freude am Schreiben liess ihn danach nicht mehr los. Schon bald entstand in den Sommerferien sein zweites Buch «Nonna Lucia». Darin erzählt er die Geschichte eines Jungen namens Luca, der in der Schweiz aufwächst und nur Deutsch spricht und seine Grossmutter Lucia in Italien besucht. Im Zentrum steht die Beziehung zwischen Enkel und Grossmutter, die sich trotz Sprachbarrieren näherkommen. Eine besondere Rolle spielt dabei das gemeinsame Kochen. Luca lernt nicht nur neue Gerichte, sondern auch seine Grossmutter besser kennen. Passend dazu enthält auch dieses Buch Rezepte, die die Geschichte begleiten und einen direkten Bezug zur Handlung schaffen.

Das Cover des Buches wurde mithilfe von künstlicher Intelligenz gestaltet, und auch beim Schreiben nutzt Davide gelegentlich KI, wenn er nach neuen Ideen sucht oder nicht weiterkommt.

Für Davide bedeutet Schreiben vor allem Freiheit. Er kann sich eigene Welten ausdenken und Geschichten entwickeln, die ihn selbst begeistern. Dabei geht es ihm nicht nur um den Text. Er entwickelt seine Ideen sorgfältig, plant den Aufbau seiner Geschichten genau und arbeitet regelmässig daran. Auch die Gestaltung des Buches spielt für ihn eine wichtige Rolle, denn er legt Wert darauf, dass das Gesamtbild stimmig ist und sein Werk auch optisch überzeugt.

Unterstützung aus dem nahen Umfeld

Auf seinem Weg wird Davide von seiner Familie begleitet. Besonders seine Mutter liest seine Texte und hilft ihm beim Korrigieren und Verbessern. Auch aus seinem Umfeld erhält er viel Zuspruch. Viele reagieren überrascht, wenn sie hören, dass er in seinem Alter bereits eigene Bücher geschrieben hat. Die Rückmeldungen seien durchwegs positiv, sagt er. Ein besonderer Moment war für ihn, als er sein Buch am Marktplatz verkaufen konnte und direkt erlebte, wie sich andere darüber freuten.

Natürlich gibt es auch Momente, in denen das Schreiben schwierig wird. Eine Geschichte weiterzuführen und neue Ideen zu entwickeln, braucht Geduld. Davide bleibt jedoch dran und arbeitet kontinuierlich weiter. Genau diese Ausdauer hilft ihm, seine Projekte erfolgreich zu vollenden.

Ein Blick in die Zukunft

Ein drittes Buch ist bereits geplant. Dieses Mal möchte Davide sich von Rezepten lösen und wieder eine erfundene Geschichte schreiben – einen Roman. Die genaue Idee steht noch nicht fest, doch die Motivation ist gross. Für ihn bleibt das Schreiben in erster Linie Hobby, das ihm Freude bereitet. Seine beruflichen Ziele liegen in einem ganz anderen Bereich: Er will später Medizin studieren.

Was Davide antreibt, ist die Freude am eigenen Schaffen. Diese Erfahrung möchte er auch anderen weitergeben. Sein Rat ist einfach: Wer gerne schreibt, soll nicht aufgeben, sondern dranbleiben und den eigenen Ideen vertrauen.